Mythologie des Alltags: Stickstoff – N

“Let’s get physical, physical….” (Madonna)

Warum über Stickstoff schreiben? Ist doch ne rein wissenschaftliche Materie? Klar. Ich schreibe immer wissenschaftlich. Und wie ohne Stickstoff leben und sterben?

Über Stickstoff muss in dreifach verschiedener Weise gesprochen werden: einmal ist er der Hauptbestandteil unserer Luft, zum anderen gehört er unentbehrlich zum Kreislauf unseres Lebens (Proteine), zum dritten ist Stickstoff ein Bestandteil der meisten Sprengstoffe (aber darüber nur am Rande, denn ich habe keine Lust, dass mein Blog wegen der Lieferung von Bombenrezepten geschlossen wird. Doch Alfred Nobel etwa wusste N sehr zu schȁtzen, so hat über den Nobelpreis der Stickstoff auch Einfluss auf die verschiedensten kulturellen Lebensgebiete, bis hin zum Fussball – “We are red, we are white, we are Danish dynamite!”)

Unsere Luft enthȁlt zu über drei Vierteln Stickstoff. Er heisst so, weil wir – im Gegensatz zum Sauerstoff – daran ersticken. Stickstoff ist sehr vornehm: er bleibt, was er ist, er verbindet sich nur ungern mit anderen (Stoffen), er ist eigentlich sehr zurückhaltend. Aber der Mensch wird ihn schon zur Explosion bringen… (“Also, wenn ich da mit anderen zusammenkommen muss, raste ich aus!”) Was macht also der viele Stickstoff in unserer Luft? Er hȁlt unsern Körper zusammen. Wir würden ohne seinen milden Druck von aussen sofort zerplatzen! Das ist unglaubhaft? Dann stellt Euch einmal kurz den Körper im Vakuum vor. Er hüllt also alle Lebewesen von aussen ein und erhȁlt sie so in ihrer Form.

Nur sehr wenige Pflanzen, nȁmlich die Leguminosen, können den Stickstoff der Luft verwerten, durch Knöllchenbildung lagern sie ihn ein und dienen spȁter untergepflügt dessen Vermehrung im Boden, alles Pflanzliche baut ihn dann in die Photosynthese ein. Es ist also wichtig, Chili con carne zu essen, wichtiger ist aber, alle Leguminosen dem Boden verfügbar zu machen. Dafür bietet sich ein weiterer Weg an: Durch Exkremente. Bis zum Anfang des 20.Jh. wurde Salpeter hauptsȁchlich aus Mist gewonnen, etwa Guano, sprich Vogelscheisse, diente zur Gewinnung des Chilesalpeters, aber auch viele andere Nitrate aus Klo und Flur dienen der Verbesserung des Bodens. Wir werden nun den Miststreuer mit mehr Verstȁndnis betrachten.

Die Nitrate in unserer Atemluft sind allerdings giftig. Wir brauchen also keine Bomben zu bauen. Autoabgase werden uns schon den Rest geben….

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hibouh

read me! Hotel Naipaula: http://www.blogigo.de/Hotel_Naipaula http://www.blogigo.de/Hotel_Naipaula Und weiterhin.... Die Labyrinthe von Hibouh: Orte der Sehnsucht. Oasen für alle Umtriebigen und Nachtschönheiten. Inseln im opaken Licht der Phantasie unter einem fleischig dahinziehenden Mond. Leise Dämmerung auf den Höhen. Neugierig geworden? Wir bringen Sie hin, wo Erleben und Erkennen eins werden. Nur Mut - lüften Sie dieses Geheimnis!

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