Mythologie des Alltags: Infrastruktur

celan

An İstanbuls Aussenrȁndern sah ich, wie Hȁuser – oder waren es Hütten? – auf die grüne Wiese gesetzt wurden, und erst viel spȁter die Infrastruktur, d.h. Strassen, Stromleitungen, Gasleitungen, öffentlicher Nahverkehr, Internet….drahtloses und verdrahtetes Telefon, – was noch gehört zur Infrastruktur? – dazukam.

In Hamburg sah ich das umgekehrte: Neubausiedlung ohne jedes Haus, aber Strassen, Bürgersteige, Leitungen, Briefkȁsten und (damals noch) Telefonzellen schon fertig.

Und doch: die erste Form der Strasse, nȁmlich der ausgetretene Fusspfad, ist auch hier noch zu sehen, zum nȁchsten Geschȁft, zur nȁchsten Kneipe, zum Highway, wo der Dolmuş wartet….

Verbindung! Zwischen zwei Stȁdten, zwischen zwei Menschen (immer öfter sehe ich Leute, die im Gehen telefonieren, mich wundert jeweils, dass am andern Ende ja auch jemand sein muss, der zuhört?). Mein Bruder tat seinen Militȁrdienst bei den Telefontruppen (damals noch mit Draht). Ihr Motto war: “Verbindung um jeden Preis!”

Wie oft lesen wir “Das Dorf ist von der Aussenwelt abgeschnitten” und hoffen, das dies nur Stunden ofer höchstens Tage dauern werde…

Die Römer – DAS Strassenvolk überhaupt! – bauten auch Strassen von Schiff zu Schiff und liessen ihre Fusstruppen auf das feindliche Schiff hinübermarschieren..

Ihre Landstrassen! Impeccable!

Danach versanken wir für Jahrhunderte im Schlamm, bis uns der schottische Ingenieur MacAdam den Macadam bescherte. Die Römerstrassen waren aber noch immer da. Sie führten alle nach Rom, führten über die Hügelkȁmme (wegen des Fiebers in der Ebene) und waren sicher und trocken wie… ja wie? “God old Cassia Road”, sang mein Vater am Steuer seines Wagens.

Heute haben wir neben den Wasserstrassen auch Luftstrassen, und bald werden Lebensmittel, Bücher, Kondome, Papierservietten und anderes dank der Drohnen vom Himmel fallen, und wir brauchen keine Strassen auf Erden mehr? Ah, doch, das Kind muss ja zur Schule…..

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hibouh

read me! Hotel Naipaula: http://www.blogigo.de/Hotel_Naipaula http://www.blogigo.de/Hotel_Naipaula Und weiterhin.... Die Labyrinthe von Hibouh: Orte der Sehnsucht. Oasen für alle Umtriebigen und Nachtschönheiten. Inseln im opaken Licht der Phantasie unter einem fleischig dahinziehenden Mond. Leise Dämmerung auf den Höhen. Neugierig geworden? Wir bringen Sie hin, wo Erleben und Erkennen eins werden. Nur Mut - lüften Sie dieses Geheimnis!

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