Hotel Naipaula

Der Balkon

Ein Balkon ist gewöhnlich etwas, was nutzlos herumhȁngt: im Winter wegen der Kȁlte, im Sommer wegen des Windes nicht benutzt, höchstens bei Rauchern geduldet. “Am Gelȁnder reifen/ Pfirsiche mit Streifen” singt das Volkslied. Casanova, so sagt man, habe einmal eine Dame durch ein Loch im Balkon geliebt. Aha, meint Willemsen altklug, deshalb also sagen wir “Brüstung” oder “Sie haben aber einen schönen Balkon” zu den Vorarlberger Reinigungskrȁften. Wo warst du im Urlaub? fragt der Mallorca-Heimkehrer. In Balkonien! sagt Hans.Das Hotel Naipaula hat nur einen Balkon, mittig im ersten Stock, mit geschnitztem Holzgelȁnder wie in Bayern. Wenn der Fussballchampion eines Landes sein Trainingscamp – gleich hinterm Haus – aufschlȁgt, winkt er der Menge jeweils vom Balkon aus zu. Der Papst würde auch kommen, aber es gibt zu wenige Katholiken auf Turk & Caicos (ein Teil der Hinterpommerschen Putzfrauen ist protestantisch, die Gȁste sind zum Teil atheistisch, zum Teil jüdisch, oder hȁngen irgendwelchen Voodoo-Kulten an…..)

Naipaulas Mutter Naipaula zog Zeltplanen rings ums Gelȁnder, damit in der Menge niemand der Damenfussballmannschaft unter die Röcke schauen konnte. Oben hielt das für überspannt.

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hibouh

read me! Und weiterhin.... Die Labyrinthe von Hibouh: Orte der Sehnsucht. Oasen für alle Umtriebigen und Nachtschönheiten. Inseln im opaken Licht der Phantasie unter einem fleischig dahinziehenden Mond. Leise Dämmerung auf den Höhen. Neugierig geworden? Wir bringen Sie hin, wo Erleben und Erkennen eins werden. Nur Mut - lüften Sie dieses Geheimnis!

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