Pausanias

Here’s another traveller, and another famous author born in our region, it is said „in Lydia“, probably Manisa (partner to Ingolstadt in Germany *smile*) (would be the same town Ilhan Berk will be born in 1918) or in our Magnesia near Söke? His year of birth as well his year of death are unknown, but from his writings we learn that he lived during the 2nd century A.D. in the times of Hadrian and Marcus Aurelius.

Before he went to Greece he travelled to Antiochia and Jerusalem. Then he described Ionia, Attika, the Peloponnes, Macedonia and even Epirus. He saw the pyramids in Egypt, the wonders of Rome and Campania and he was one of the first describing the ruins of Troy and Mycenae.

I remember crossing Greece with his book in my hand, studying what he might say about that and that stone and that and that ritual. For researching ancient mythology we urgently need Pausanias‘ works.

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Colin Thubron

I don’t think he’s influenced by Bruce Chatwin. Born 1939, one year earlier than Chatwin, he went to be a famous travel-writer too – he traveled whole Asia, the old Soviet-Union and the newly emerging states of Central Asia. He followed the silk road, having though his main obsessions fed: China, Central Asia, Siberia, Iran, Turkey, the Islam…

Already born a gentleman he’s education took final shape at Eton. Often I imagined him as a British Colonel, severe but affectionate too, with moustache and baton. His first book is about pre-war Damascus…shouldn’t we read it? The next one, “The Hills of Adonis”, impressed me much. It’s lyric style doesn’t bespeak that one of his ancestors invented the Morse-Alphabet.

Why do so many English people travel to the Middle East? Lady Montagu, Lady Stanhope, “Lawrence of Arabia”, Gertrude Bell, not to talk about Hercule Poirot? Well, they followed the Orient Express…

Er ist wohl nicht von Bruce Chatwin beeinflusst, auch ist er 1939 ein Jahr vorher geboren. Doch auch er reiste und schrieb! Als der geborene Gentleman, in Eton erzogen und aus einer Offiziersfamilie stammend, stelle ich ihn mir auch hȁufig als englischen Colonel, gütig-streng, mit Schnauzbart und Rute unterm Arm vor. Sein erstes Buch handelt von Damaskus – sollte uns doch heute interessieren? – und ein anderes vom Libanon und den Drusen. Auch die Sowjetunion und andere Weltgegenden bereiste er, immer, auch unter grösster Gefahr, der höfliche Fremde. Warum zog es so viele Englȁnderinnen und Englȁnder in den Mittleren Osten? Lady Montagu, Lady Stanhope, Lawrence “von Arabien”, nicht zu nennen die Legionen von Archaeologen und deren Sicherheitspersonal à la Hercule Poirot? Jaja, der Orient-Express…..

 

Bruce Chatwin

He too writes world-travel-literature. He established that kind of books and influenced many other authors, among them William Dalrymple, Claudio Magris, Philip Marsden, Luis Sepulveda or Rory Stewart. He was the first reason for my longing for Patagonia – and I would like to see the tombs of Butch Cassidy and the Sundance Kid, who died along Chatwin in South-Argentina. But first of all his “Songlines” have to be read. What a phantastic theory is it to say that the Australian Aborigines are busy to sing the world, and if they don’t do it path, rock and meadow cease to exist! Chatwin is a great help to understand what nomads and sedentry tribes are. To mention is his volume of essays “What am I doing here?”. There we find writings about Indira Ghandi, André Malraux, Ernst Jünger, Nadeshda Mandelstam and the deliverance of women from their corsets. His extraordinary sensibility for non-daily things and phenomenons is clearly shining up.

Chatwin loved women as well as men – he died jung, I think from AIDS. Though working as an auctioneer at “Sotheby’s” in London he never stayed long “at home”. Until his return he kept a few private things in a locker.

Er schreibt jedenfalls Weltreiseliteratur. Er etablierte die Reiseliteratur weltweit und beeinflusste auch Schriftsteller wie William Dalrymple, Claudio Magris, Philip Marsden, Luis Sepúlveda, und Rory Stewart. Dank ihm habe ich Lust, nach Patagonien zu reisen und die Grȁber von Butch Cassidy und des Sundance Kid zu besuchen. Aber vor allem die “Songlines” sind bemerkenswert zu lesen. Welch phantastische Theorie, dass die australischen Aborigines ihre Welt tȁglich neu zu singen haben! Um zu verstehen, was Nomaden, was Sesshafte sind, ist Chatwin hilfreich. Ich mochte auch seinen Essayband “Was mache ich hier”, in dem er von Indira Ghandi, André Malraux, Ernst Jünger, Nadeshda Mandelstam und der Befreiung der Frauen vom Korsett berichtet. Seine ausserordentliche Sensbilitȁt für alles Nicht-Alltȁgliche scheint auch hier stark auf. Chatwin liebte wohl Frauen und Mȁnner, er starb jung – wohl an AIDS. Auktionator bei “Sotheby’s” in der britische Hauptstadt hielt er es selten lange zu Hause aus. Bis zu seiner Wiederkunft verwahrte er ein Minimum an persönlichen Gegenstȁnden in einem Schliessfach in London.

 

Daily mythology: The White Sea

Some time ago I reported, that the Black Sea had been arrested. In spite of its name it dared to be blue! (but blue is the color of the AKP-flag). In contrary, the Yellow Sea has been praised (ampul), even more the Mediterranean (AK-deniz): it was honored by the PM himself with the name ”White Sea”. Atlantic and Pacific Oceans are in contrary booed for their marginality. Especially the Pacific (”for sure named by the international interest-lobby”) was blamed for its title (out! war is in!)
Our Prime-minister made a surprise visit to America. He took the honor-name of ”Crazy Water” from the tribe of Standing-Men (a sub tribe of the Firewater-Dakotas) not only for these oceanities, but for his management of water-cannons too.

Mythologie des Alltags: Tozeur, Sahara

Das Filmteam des Englischen Patienten ist bei den Einwohnern unvergessen. Bordel, ces mecs! In unserem Reisebus ist jemandem schlecht. Der Chauffeur hält beim Frisiersalon kurz vorm Ortsende. Hierzulande, sagt Sami, der Reiseführer, ist der Friseur zugleich Arzt, Therapeut Aufklärer, Hochzeitsmakler, Brautputzer. Mich überkommt ein Verlangen nach Depilation. Das zwickt an manchen Stellen. Der Bus fährt inzwischen ohne mich weiter. Ich habe Zeit und lasse mir im selben Arbeitsgang den Rücken tätowieren. Was soll es sein? Ein Lokal, vielleicht das Café Nast, wo die Stühle blaugrün gepolstert und die Deckchen weiß sind. Dort sitzen die Leute wie in Eisenbahnabteilen. Nur logisch, denn das Café rast unvorstellbar schnell mit der Erdumdrehung mit. Glücklicherweise fährt der Bürgersteig auch mit, die Straße mit den Lieferwagen, der Comic-shop, das Dreifarbenhaus, die Stiftskirche. Aber keiner schaut nach draußen. Jeder einzelne liest in einem Buch des Schweizers Stauffer. Dort sind die Fußnoten länger als der Haupttext. In einer Art Foxtrot-Rhythmus blättern die Leute zwei Seiten vor, eine zurück, zwei vor, eine zurück. Killing me softly. Ich bin schon vorsichtig, sagt der Tatoo-Mann. Die Leute im Café leiden etwa an Staublunge, Arteriosklerose, Hüftluxation oder Ulkus. Indem sie auf meiner Haut ins Bild gebannt werden, ist auch ihr Leiden stabilisiert. Voilà, sagt der Berber. Ich freue mich auf den Sommer, wenn ich mich am Strand bäuchlings hinlegen werde. Die Leutesollen was zum Schauen haben.

 

Mythologie das Alltags: Istrien

Istrien, neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Auf dem Grund eines riesigen Karstkraters eine Höhle, begehbar, kilometerlang. An den Hängen des Kraters die typische Kalk-Vegetation: Königskerzen, Fingerhut, Gras, Staub, flimmernde Hitze. Im Dunkel drehen wir die Köpfe nach oben, dort hängen tausende von Fledermäusen im Tagtraum. Es muss beeindruckend sein, wenn die in der Dämmerung alle davonfliegen!
In Motovun ein Kurbad. Es ist stark verfallen, so wie ganz Jugoslawien (aber gibt das irgendjemand ein Recht, abgesplitterte Teilstaaten anzuerkennen?). Die Minigolfbahn ist sogar ganz grün zugewachsen. Im Innern Rentnertrupps aus sozialistischen Ländern. Uns fallen die vielen Goldzähne auf. Umkleidekabinen gibt es nicht. Man stellt sich einen Stuhl an den Rand des Beckens und legt seine Kleider sorgfältig da drauf. ”Bitte nicht ins Becken springen!”. ”Bitte nicht lärmen!”, wird man ermahnt. Das Wasser ist brühwarm.
Die Zeitung heisst ”Glas Istre”. Ich erzähle von Joyce in Pula. Auf Brioni betreten wir die wunderschöne Holzjacht Marschall Titos.
Heute gehört Istrien ja zur EU.

Mythologie des Alltags: Memories of Heidelberg…

Ich summte heut morgen unbewusst die Melodie von “Da drunt im schönen Ungarland, wohl an dem schönen Donaustrand, da liegt das Land Magyar…”
Mir kam die Erinnerung, wie ich als 15-jähriger in einer deutschen Kleinstadt aufs Schülerheim ging. Dieses war in einem alten Bürgerhaus untergebracht, lag günstig zur Schule, so dass ich des Morgens die Mathelehrerin abpassen konnte und errötend mit ihr ein Stück des Weges gemeinsam hatte.
Die Leiterin des Heims war eine ältliche,unverheiratete Pfarrerstochter, die manchmal aus ihrer Jugend erzählte. Überhaupt hatten die meisten Erwachsenen in der Zeit einen unstillbaren Erzähldrang. Man brauchte in der Lateinstunde die Wolga nur zu erwähnen und schon donnerten die Geschütze, fielen die Kameraden, erfroren die Zehen… (der Lateinlehrer war grade aus russischer Gefangenschaft heimgekehrt). Der Krieg? War unglücklich verloren worden. Aber wir sangen (wenn die Chefin grad nicht erzählte). Wir sangen – ohne jedes Schuldgefühl (denn das hatten die Erwachsenen ja auch nicht) “In einem Polenstädtchen da sah ich einst ein Mädchen, sie war so schön!”, und “Wildgänse rauschen durch die Nacht….”, und “Schwarzbraun ist die Haselnuss”, bestimmt sangen wir auch “Es zittern die morschen Knochen”?
Im nicht so weit entfernten Frankfurt lebte und arbeitete damals Staatsanwalt Fritz Bauer, der Zeit seines Lebens versuchte, alte Nazis vor Gericht zu bringen, er stand allein gegen alle, nicht wahr? Nein. Wir sogen die Wahrheit – endlich – auf, und ich begann, mich mit dem Holocaust zu beschäftigen, ich las die Protokolle der Nürnberger Prozesse, ich las Eli Wiesel und Ernst Toller (das ist ja aber 1.Weltkrieg? Na klar, damals hatte das schon lange angefangen, Hitler kam wohl kaum aus dem Nichts zur Macht?). Mein Grossvater erzählte seinerseits, wie er 1936 aus St.Gallen zu den Olympischen Spielen nach Berlin gefahren war (“Ich muss diesen Mann mal sehen”), und von da an vor Hitler gewarnt hatte (es soll also niemand sagen “wir haben nichts gewusst!”, wenn sogar St.Galler das in wenigen Tagen mitkriegen…).
Vorher hatte ich Landserhefte gelesen, aber auch “Biggles” (welcher ein Kampfpilot zu von Richthofens Zeiten gewesen war) und “Taxi nach Tobruk”, naja “Der rote Kampfflieger” natürlich, und, und….
Unsere Heimleiterin erzählte inzwischen von der Ukraine, wie weit das Land war und wie sehr es staubte…..
Inzwischen fallen mir die Namen meiner Mitzöglinge ein. Es gab da von Finkensteins, Rommels, Blumentritts. Ich muss also wohl in illustrer Gesellschaft gewesen sein?
Wir sangen. Wir sangen begeistert und noch heute kann ich alle Texte auswendig. “Ich führte sie zum Tanze, sie verlor aus ihrem Kranze ein Röslein rot…..”. Das Lied muss also wohl im Sommer, wenn die Rosen blühen, entstanden sein? Oder ist was anderes gemeint? “Vergiss Maruschka nicht, das Polenkind!” Ihre Familie haben sie vermutlich erschossen. Naja, wir haben ja auch heut noch Polenkinder in bestimmten Berufen, gell?