Nella Larsen

Wenn wir einen Terrier haben, freuen wir uns an des Nachbarn Windhund. Wenn wir Tulpen lieben, schauen wir Nachbars Rosen an und denken begeistert: wie vielfältig ist doch die Natur! Doch wenn wir einen Menschen (leicht) anderer Hautfarbe sehen, rümpfen wir die Nase. Uhh, ein Neger! denkt es in uns. Unsere Tier- und Pflanzenliebe kennt keinen Rassismus. Immer wieder aber staunt man, wie weit verbreitet selbiger unter Menschen noch ist….. Dabei: gibt es überhaupt Schwarze, Weisse, Gelbe, Rote? Gibt es Österreicher, Deutsche, Franzosen? Podolski und Klose sprechen fliessend Polnisch, Schimanski zwar nicht, aber sein Name sagt uns was, Zidane, Nouma und Vieira sind ebenso Franzosen, wie Salman Rushdie Engländer ist.
Die Hautfarben sind im Grunde wie der Schnee, wo wir nur DENKEN, er sei weiss….
Das ist schon seit langem so (woher kommt der Name Sarrazin in Europa?) aber die Vermischung nimmt rasant zu, das Denken folgt langsam nach (wie ein schwerfälliger Kutter auf dem Hudson)
Beispiel: meine eigene Familie (die mich nicht Entdecker werden liess): Meine vier Grosseltern wohnten noch im selben Viertel der selben Stadt, meine Eltern wollten sich von Jugend auf heiraten. Und nun: ich heiratete eine Türkin, deren Bruder mit einer Russin aus Kasachstan verheiratet ist, in Dublin arbeitet und nun einen Sohn hat, der Ire ist. Meine Schwester war mit einem Mann aus Guinea Bissau verheiratet (wir sind ja tolerant, aber muss er SO schwarz sein?), meine Tochter hat einen Italiener geheiratet und ist mittlerweile auch Italienerin, mein einer Sohn hat ne Freundin aus Kroatien, mein anderer ne Frau aus Bosnien… Naja, undsoweiter. Bestimmt sieht es bei Euch ähnlich aus?

Am eigenen Leib, an eigener Seele hat das Nella Larsen erfahren. Geboren am 13. April 1891 in Chicago, gestorben (wo? ich lerne nur, dass ihre Familie bei ihrem Tod leugnete, sie jemals gekannt zu haben – man beachte das Todesjahr, es ist nicht 1347 oder so) am 30. März 1964. Ihr Vater ist ein Schwarzer von der westindischen Insel St.Croix, ihre Mutter Dänin. (Ich sehe grade, dass Saint Croix früher zu dänisch Westindien gehörte *smile*). Nella lebt abwechselnd in den USA und in Dänemark, studiert sowohl in Kopenhagen als auch in den Staaten an einer Universität für Schwarze, beginnt zu schreiben, vor allem mit dem Thema der Rassentrennung beschäftigt. Berühmt wird sie durch ihren Roman “Passing”, dessen Motiv später Philip Roth in “The Human Stain” wieder aufgreifen wird. Passing ist die Geschichte zweier Frauen, die als ‘Mischlinge’ gelten müssen, obwohl beide gerade hellhäutig genug sind, um nicht als Schwarze aufzufallen (engl. Passing, “als Weisse durchgehen”). Während die eine ihre ‘weisse’ Identität vollkommen verinnerlicht und auch einen wohlhabenden ‘Weissen’ heiratet, dem sie ihre Abstammung verheimlicht, zieht die andere nach Harlem, gestaltet ihre Identität als Schwarze, heiratet einen schwarzen Arzt und nimmt enthusiastisch an der Bürgerrechtsbewegung teil. Der zweite Teil des Romans behandelt das Wiedersehen der beiden Jugendfreundinnen, und die Bewunderung, die jede der beiden dem Lebensstil der jeweils anderen zollt. Dennoch endet der Roman tragisch: Clare, die als ‘Weiße’ lebt, wird gegenüber ihrem Mann ‘enttarnt’, und begeht dem Anschein nach Selbstmord.

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Frieda Kahlo

Frieda

Magdalena Carmen Frida Kahlo y Calderón was born on July 6, 1907.
Our common idol, isn’t she? Her family immigrated (father was German), but she was a pure plant of Mexico City. Because of an accident forever mutilating her she became our Mother Dolores, our Virgin of the Pains (Virgin? But she married Diego Rivera two times?). Her paintings, not to imagine without those pains, are marvelous. Her blue house which was shelter for Leo Trotsky, before he was killed with a piolet, is well known. In the movie her role was given by Selma Hayek. Good work!

Sarah Banne

Wurde wohl am 12.Januar 1870 auf der Kanalinsel Jersey geboren. Über ihre Jugend ist nichts bekannt. Sie heiratete den italienischen Hünen und Schausteller Giovanni Belzoni. Dieser muss wirklich ein Giovanni in allen Gassen gewesen sein; als Sohn eines Barbiers in Padua geboren sollte er ursprünglich Priester werden, wich aber – auch das Soldatensein vor Augen (und was wäre Napoleon mit seiner Hilfe erst geworden) – auf die Jahrmärkte aus, und damit begann auch sein Reisen, das ihn durch ganz Europa und bis nach England führte. Wenn es die Umstände erlaubten, studierte er die neue Wissenschaft der Hydraulik, seine Kenntnisse darin sollten ihm noch von Nutzen sein. Als “Hau den Lukas” auf mancher Kirmes wurde er – auf Malta – von einem Angebot überrascht, der Altertümer wegen nach Aegypten zu reisen und dort als Ausgräber tätig zu werden. Sarah, die die Sehnsucht nach Reisen mit ihrem Mann gemeinsam hatte, begleitete ihn dorthin.
In Ägypten wurde Belzoni schnell als Ausgräber, als Grabräuber, berühmt; zu der Zeit bemühten sich die Engländer, möglichst viele Objekte nach London, die Franzosen, in scharfer Konkurrenz dazu, selbige in den Louvre nach Paris zu bringen. Belzoni schaffte es, einen monumentalen Granitkopf des Ramses zu verschiffen: wir können ihn noch heute im British Museum sehen. Seine Frau liess Belzoni aber oft alleine. Sie, die als erste Frau so weit nach Oberägypten gelangt war, nahm Kontakt zu Frauen in den Dörfern auf, katalogisierte Eidechsen und reiste sogar als Mameluk verkleidet nach Jerusalem, wo sie den Tempelberg und die Al-Aksa-Moschee betrat.
Später, zurück in England, veranstaltete das Paar Ausstellungen mit den erworbenen Altertümern.
Bald aber brach Belzoni wieder auf, diesmal nach Westafrika, wo er aber an Ruhr erkrankte und starb, ohne dass wir seine Grabstätte kennten. Sarah, die in England zurückgeblieben war, überlebte ihren Mann um 47 Jahre und starb bitterarm.
Charles Dickens, ein Freund des Ehepaars, beschrieb Sarah Belzoni als schöne, grazile junge Frau. Tanja Kinkel machte Belzoni zum Mittelpunkt ihres 2008 veröffentlichten Romans “Säulen der Ewigkeit”.

Fanny Brawne

Bright star Fanny Brawne

Bright star! would I were steadfast as thou art—
Not in lone splendour hung aloft the night
And watching, with eternal lids apart,
Like nature’s patient, sleepless Eremite,
The moving waters at their priestlike task
Of pure ablution round earth’s human shores,
Or gazing on the new soft-fallen mask
Of snow upon the mountains and the moors—
No—yet still steadfast, still unchangeable,
Pillowed upon my fair love’s ripening breast,
To feel for ever its soft swell and fall,
Awake for ever in a sweet unrest,
Still, still to hear her tender-taken breath,
And so live ever—or else swoon to death.

For sure this girl was the love of his life. “Did Fanny love Keats as much as he loved her? Did he truly love her, or did he even truly know her?” Such questions can never be answered by biographers or critics. All we know for certain is that Fanny became the other great passion of Keats’s life and another cause to mourn when illness struck. Their relationship, like his poetic ambition, would remain unfulfilled, another reason to think, If only….”
“He had already told Fanny that he ‘must impose chains’ on himself if he was to endure living so close to her (for a time they were next-door-neighbors), and now he was as good as his word. Following the advice of Burton’s Anatomy, which insisted that meat-eating increased physical desire, he put himself on a vegetarian diet, telling his sister that he hoped it would mean ‘my brains may never henceforth be in a greater mist than is theirs by nature.’…
His thoughts now turned to his final resting-place, the Protestant Cemetery beside the pyramid of Caius Cestius. He asked Severn to visit and describe the place for him. Even today, it remains a place of peace and beauty. Severn told him of the daisies and violets which grew there, and of the flocks of goats and sheep which roamed over the graves. The description pleased Keats. He asked that one phrase be put upon his tombstone: ‘Here lies one whose name was writ in water.’..

I have seen this peaceful graveyard in the outskirts of Rome. Some steps away Goethe’s son August is put to rest (and pushing daisies too).

Frances ‘Fanny” Brawne was born in 1800 and died as a mother and married woman in 1865, lived from the romantic times of stagecoaches, sweet moonshine, manors and wide parks, nightingales and odes – she wrote some poems herself – to the modern ages of machines, the industrial revolution, going mainly out from Great Britain. Only for a few years she was engaged to John Keats, even seeing him depart for his last journey to Rome where he died. To research about them is to feel the pain of tuberculosis, taking not only him but several members of both their families to a gruesome slow death. If only…
Two years after the death of Keats, Fanny began learning Italian and translating short stories from the German, eventually publishing them in various magazines. Frances Keats, John’s sister – with the same name as Fanny – went to live with the Brawnes, where she was warmly welcomed.
Later, in France, where Fanny settled for a long time (after seven years of mourning for her dead fiancé) she married Louis Lindon and had children with him. Only after many years and the death of her husband she told her children about her romance with John and the love letters he left her (for example “My Mind has been the most discontented and restless one that ever was put into a body too small for it. I never felt my Mind repose upon anything with complete and undistracted enjoyment – upon no person but you. When you are in the room my thoughts never fly out of window: you always concentrate my whole senses.”).

Poetry and Fanny Brawne – Fanny Brawne and poetry: for sure this were the loves of his life. Rather unknown in his lifetime his famousness skyrocketed after his death. There is no doubt he wrote some of the most beautiful poems ever.

Jeanne Mandello

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Jeanne Mandello

Frankfurt/Main 1907 – 2001 Barcelona

Noch nicht neunzehnjährig, ging Jeanne Mandello 1926 nach Berlin, um an der Photographischen Lehranstalt des Lette-Vereins die zweijährige Ausbildung zur Fotografin zu absolvieren. Sie schloss die Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer mit »sehr gut« ab. Während eines Praktikums bei dem Leica-Pionier, Dr. Paul Wolff, macht sie erste Erfahrungen im Fotojournalismus. Sie eröffnet 1929 ein eigenes Atelier in Frankfurt, erhielt Portraitaufträge, machte Aufnahmen für die Presse und lernte den an Fotografie interessierten, jungen Arno Grünebaum an, lernte ihn zugleich auch lieben. Nachdem sie geheiratet hatten und ihnen die Übergriffe der Nationalsozialisten auf jüdische Einrichtungen zu gefährlich wurden, flüchteten sie im Januar 1934 nach Paris. Hier erlebte Mandello eine kaum erträumte Karriere als Modefotografin im Auftrag der Modehäuser Balanciaga, Mainbocher, Maggy Rouff, Chanel, um nur einige zu nennen. Ihre Fotographie verȁnderte und entwickelte sich unter dem Einfluss der Werke von Man Ray, Brassai und Doisneau.
Der Überfall der Nationalsozialisten auf Frankreich brach ihre Karriere von einem Tag zum anderen ab. Sie wurde wie alle deutschen Frauen nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten in Paris 1940 vorübergehend im Lager Gurs interniert; anschließend gelang es ihr zusammen mit ihrem Mann von Spanien aus in die Emigration nach Uruguay zu fliehen. Noch einmal fanden sie die Kraft zu einem Neuanfang: mit geliehener Rolleiflex, waren sie schon bald wieder mit Künstler-Portraits und Aufnahmen für Tourismus-Publikationen erfolgreich. 1953 trennte sich Jeanne Mandello von Arno Grünebaum. Jeanne überließ Arno die gemeinsame Fotoausrüstung und das Recht den Markennamen „Mandello“ zu benutzen. Er kehrte nach Paris zurück und war unter dem Namen Arno Mandello weiter als Fotograf tätig. 1968 gründete er mit der britischen Malerin und Bildhauerin Helen Ashbee eine Künstlerkolonie in Süditalien. Jeanne Mandello zog in Brasilien mit dem Journalisten Lothar Bauer, den sie schon aus Frankfurt kannte, zusammen. Am 23. März 1955 heirateten sie in New York. Ab 1957 lebte das Ehepaar in Hamburg und Frankfurt, wo Bauer als Reporter für die Frankfurter Zeitung beschäftigt war, bis sie 1959 endgültig nach Barcelona zogen.
Über dem Leben Jeanne Mandellos liegt das Schicksal von Flucht und Emigration, zudem der nahezu vollständigen Vernichtung ihres Werkes.

Daily mythology: Aristocracy and Inbreed

Fuck like an Egyptian (Pharaoh). There it already started (if not earlier: who should the daughters and sons of Adam and Eve chose?): Not very few pharaos married their sisters. It changed to cousins later on…but still now the western queens and kings are like one big family. The queen of England is a German, Victoria and Wilhelm II. were related, Fabiola from Spain and former Greek king too (anyway the first two kings of Greece were from Great Britain and from Germany), German TV-adepts take much fun finding out the relations in between the Scandinavian royals, Prince William or Harry, Ernst-August of Hannover and Lord Mountbatten…
Go back to the middle-ages: Many sons and daughters of Eleonore of Aquitania (who was first queen of France and after that of England) found their place on European thrones. Many wars were fought out only to design future kings (for example the war of Spanish succession 1702-14). Even that parvenu of Napoleon Bonaparte (Parvenu? Excuse me: His talents outmatched those of Louis XVI. by far!) had to marry poor Marie Luise of Austria (they had a saying in Vienna – “et tu, felix Austria, nube!” – dont conquer with troops, marry! – but this saying began to be worn out then, and Marie Luises relative Marie Antoinette already lost her life in Paris…)
For aristocrats in all ranks to foresee the marriages of their offsprings was a must (only the youngest ones had to be priests 
For the Sultan in İstanbul it was easier: he had a whole harem and often the Padishahs took their wives from far away – f.e. Hürrem from Lituania… So here inbreed was avoided.
But in east and west murdering family members had good tradition in ruling families…

Mythologie des Alltags: Josephine de Beauharnais (“die schöne Kreolin”)

Sie wird hier nicht wegen ihrer Heirat mit Napoleon Bonaparte erwähnt, sondern wegen ihres sehr poetischen Namens, wegen ihres Lächelns – ihre Abstammung von der karibischen Insel Martinique liess sie Zuckerrohrsirup lieben, wodurch ihre Zähne, naja, verfaulten, weswegen sie beim Lächeln die Lippen geschlossen hielt (Psychologen bezeichneten diese fortan als “Schamlippen”), was ihr ein enigmatisches Timbre verlieh, wegen ihrer Rosenzucht und – last but not least, weil sie über ihren Sohn nicht nur Ahnherrin der meisten europäischen Fürstengeschlechter, Grossmutter Napoleons III. und Vorfahrin des rätselhaften Kaspar Hauser war….
Ihr Geburtsname: ein Gedicht…Marie Josèphe Rose Tascher de La Pagerie, und auch die Namen ihrer Eltern poetisch: Joseph-Gaspard Tascher de La Pagerie und Rose Claire des Vergers de Sannois. Die Rose (sic!) kommt schon in den Namen vor….
Sie heiratete in zweiter Ehe Napoleon Bonaparte, dieser liess sich später von ihr scheiden, weil sie ihm “keinen Thronerben” schenken konnte. Beide hatten Liebhaber und Geliebte während ihrer Ehe… Josephine sagte man nach, sie trüge typisch karibische Charakterzüge: sie sei träge, lasziv und verschwendungssüchtig. Ob man dasselbe von Usain Bolt sagt?
Auf ihrem Alterssitz Malmaison züchtete sie Rosen und empfing hochgestellte Gäste, achtete auch weiterhin eher auf schöne Kleider und Juwelen als auf ihre Finanzen.
Am Tag vor ihrem Tod führte sie den russischen Zaren in einem dünnen Sommerkleid durch ihr Anwesen und zog sich dadurch die fatale Lungenentzündung zu.


P.S.: Ich habe übrigens einiges mit Josephine gemein: ich mochte Bonaparte, ich hab’ schlechte Zȁhne und ich war auch in Peschiera am Gardasee (wo sie wȁhrend einer Schlacht auf ihren ausgezogenen Ehemann wartete).