Michel Foucault

He’s most important to us. Together we read ‘The words and the things’, Dilek in Turkish, I in German. From there we got our “Osy osya osy” we write everywhere.
He is a philosopher of Deconstructivism. As far as I know he created “La differance”, and he proposed the concept of “heterotopia”.
Born on October 15, 1926 in Poitiers, where he attended the Jesuit Collège Saint-Stanislas
Ecole Normale Superieure, Communist party.
Foucault cautions that “visibility is a trap”. It is through this visibility, Foucault writes, that modern society exercises its controlling systems of power and knowledge (terms which Foucault believed to be so fundamentally connected that he often combined them in a single hyphenated concept, “power-knowledge”).

Foucault is mentioned in the title of a song by the Canadian band The Weakerthans, “Our Retired Explorer (Dines With Michel Foucault in Paris, 1961)”. The band mentions another famous French philosopher of the era in the line “Thank you for the flowers and the book by Derrida/ But I must be heading back to dear Antarctica.” This is historically impossible, in that Derrida did not publish a book until several years after the putative 1961 date.
Foucault is mentioned by name in the song “Sex Ed.” by the band Panthers.
Foucault died of an AIDS-related illness in Paris June 25th, 1984

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John Berger

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I was quite fascinated by him. His biography! Traveled, lived about half a century in France, stayed on the mountains…His deep love for animals and plants. His  lifelong conviction to marxist humanism. His writings about small things…

He was an English art critic, novelist, painter and poet. His eye was not to fool and one could learn much from him about looking at paintings. Born in London his father was jewish, his grandfather from Trieste. He got his education partially in Oxford, later on he enrolled at art schools (f.e. Chelsea School of Art), exhibited his paintings too, but rather soon became an art critic.

1958 he published his first novel. In the seventies he collaborated with Swiss film-director Alain Tanner and among others wrote the scenario of “Jonah who will be 25 in the year 2000”. His son, Jacob Berger, became a film director himself.

Berger, who was married three times, moved first to Quincy/ Haute Savoie (marvellous writings about eyes and looks of cows!!), then, after the death of his third wife, to Antony in the suburbs of Paris. Who lived in Antony too? Well, among others Louise Bourgeois and the African football-player Didier Drogba (connected to Chelsea J )

Joseph Brodsky

He wrote his poems mainly in Russian, but his essays in English and the biografic novel “Memoirs of Petersburg” for sure are world literature too. His volume “On Grief and Reason” is among the absolutely best essays I read.

With other Russians – Nabokov, Solschennyzin – he has the common lifeline pointing West. Denunciated in the Soviet Union he fled to the USA (then for much people the “promised land”). (By the way: How proud could Germany be to be the “promised land” of nowadays?). Anna Achmatova was his mentor, other literary role models were Zwetajewa, Mandelstam, John Donne, W:H: Auden…

His poems, written mostly in long lines, extended and mysterious, are hard to read.

He teached at Mount Holyoak college too, at the same wich saw Robert Frost and Emily Dickinson in earlier times.

“I’m Jewish; a Russian poet, an English essayist – and, of course, an American citizen” (He’s one of the five Russian-American Nobel-laureates)

Rather young he died from a heart attack in New York. But why is he buried in Venice?

 

 

Seine meist in russisch geschriebenen Gedichte, die in englisch verfassten Essays und der biographische Roman “Erinnerung an Petersburg” sind ganz gewiss Weltliteratur. Sein Essayband “Flucht aus Byzanz” gehört zum absolut Besten, was ich an Essays gelesen habe.
Wie andere Russen – Nabokov, Solschenyzin – zeigt seine Lebenslinie nach Westen. Im Sowjetreich denunziert, emigrierte er in die USA (Damals noch für viele “das gelobte Land”). (Anmerkung: wie stolz sollte Deutschland sein, heute für viele das gelobte Land zu sein?). Anna Achmatowa war seine Mentorin, zu seinen literarischen Vorbildern gehören ferner die Zwetajewa, Mandelstam, John Donne, W.H.Auden.
Seine Gedichte, langzeilig, lang und mysteriös, sind ein hartes Brot.
Jung starb er: in New York mit 55 an einem Herzschlag. Warum aber ist er in Venedig begraben?

Er unterrichtete (auch) am Mount Holyoke College, demselben, an dem Robert Frost (früher) als Professor tȁtig war und das (früher) Emily Dickinson besuchte.

“I’m Jewish; a Russian poet, an English essayist – and, of course, an American citizen” (Er ist auch einer der 5 russischstȁmmigen amerikanischen Nobelpreistraeger)

Walter Benjamin

*15.7. 1892 in Berlin

+26.9. 1940 in Portbou

extrem bedeutender jüdisch-deutscher Schriftsteller, Philosoph und Übersetzer. Nach Michael Taussigs Meinung ein “proust’scher Marxist”.

Nach Lisa Fittkos Meinung kein Debrouilleur. (“Faut se debrouiller”)

Im Exil in Frankreich, Dänemark (Brecht) und auf Ibiza. 1926-27 in Paris.

Beging im spanischen Portbou Selbstmord mit Morphium, nachdem Lisa Fittko ihn und eine kleine Gruppe anderer auf der “Route F” von Banyuls sur Mer aus über die Berge und die Grenze gebracht hatte. Die Route F (Fittko), kann heute als Wanderweg begangen werden.

Siehe:

M.Taussig, Walter Benjamins Grab, Lettre Winter 2007

Les Back, Beaches and Graveyards, Europe’s haunted borders, Eurozine 2008

Christian Morgenstern

In vielerlei Hinsicht der vollkommene Mensch. Dazu noch ein meistbegabter Dichter. Esoterisch (“Gib mir den Anblick deines Seins, oh Welt,/ den Sinnenschein lass langsam mich durchdringen…”), dazu auch zynisch genug (“Sophie, mein Henkersmȁdel,/ komm, kratze mir den Schȁdel…”). Unsere Esoteriker lassen den Zyniker nicht von der Kette, unsere Zyniker (wie ich, z.B.) glauben zu wenig….

Dazu ist er Kind (“Kennst du den grossen Elefanten?/ Du weisst, den Onkel von den Tanten?”) und weiser Humorist (“Eingehüllt in feuchte Tücher/ studiert er die Gesetzesbücher”), Liebeslyriker und Philosoph, ebenso surrealistisch wie kafkaesk.. Hans Kramer sei Dank wurde mir “Palmström” erneut gegenwȁrtig…

Mythologie des Alltags: Die Brücke von Mostar, das Motorrad und das Blutkörperchen

Auf TRT2 kam nach dem Film mit Sandra Bullock ein Bericht über Zerstörung und Wiederaufbau der Brücke von Mostar. “Most” heißt in Bosnaserbokroatisch Brücke und „stari“ alt. Also „Alte Brücke“. Nun ist sie neu, und doch hat sie denselben unvergleichlichen Schwung von Felsufer zu Felsufer, den die alten türkischen Baumeister ihr gaben; zum Teil wurde sie aus den alten Steinen, die mühsam vom Grunde der Neretva gefischt wurden, wiedererrichtet. Vielleicht sogar von denselben Leuten, die sie vor etwa zehn Jahren (?) zusammenschossen? Denn Frauen waren damals wie heute nicht daran beteiligt. (Das wäre eine ganz andere Frage: warum gibt es noch immer so wenig Steinmetzinnen und Maurerinnen?).
Hätte man aber im Laufe der Jahrhunderte immer nur einzelne Steine ausgewechselt, wären inzwischen auch alle neu, bloß würde für jedermann die Brücke noch immer die alte sein. Nur, weil sie auf einmal wieder aufgebaut wurde, scheint sie uns neu.
Ganz Ähnliches tut Robert Pirsig mit seiner Harley („Zen oder die Kunst ein Motorrad zu warten“): behutsam und eifrig wechselt er Teil um Teil der wertvollen Maschine aus. Bald hat er sie alle neu eingesetzt. Niemand aber glaubt, er habe nun ein neues Motorrad.
Ich hab heut Nacht grad einige Tausend meiner roten Blutkörperchen aus dem Knochenmark heraus erneuert. (Fiel mir gar nicht schwer: konzipierte dabei im Geiste diesen Artikel). Im Laufe von jeweils etwa sieben Jahren werde ich alle Materie in mir ausgetauscht haben. Bin ich deshalb ein anderer? Die Leute erkennen mich noch wieder. Fingerabdruck, Lächeln und genetischer Code sind geblieben. Selbst Fast Food hat mich dem Schwein nur spurenweise näher gebracht.
Was bedeutet das? Es scheint, als sei Materie der Siegellack, Form aber das Siegel.
Muss mal das Märchen „Strohhalm, Kohle und Bohne“ daraufhin neu lesen……

Mythologie des Alltags: Rȁtsel über Rȁtsel

Müde kam Frédéric Chopin eines Nachmittags aus dem Café nach Hause. Heute, chérie, schreib ich mal was ganz Neues! und als er damit fertig war, spielte er es seiner Liebsten gleich auf dem Klavier vor. Aber das tönt ja mal wieder voll nach Chopin! rief George Sand enttȁuscht, immer diese ausgeschmückte Melodik, die mit ihrer freien rhythmischen Entfaltung so deutlich von Vokalen mitgeprȁgt ist! Na und, antwortete dieser hustend (auf französisch natürlich), ich habe die feingliedrigen Fiorituren und die Portamenti des Klaviersatzes eben dem Belcanto abgelauscht! Kannst du uns nicht mal überliszten und ein bisschen brahmsen? Das tun Schubert und Schuhmann doch schon zur Genüge, beim Cherubini! und überhaupt, was verstehst Du schon von Musik? Zigarre rauchen, Mȁnnerkleider tragen und mir nicht gehorchen, dass kannst du! Nimm dir ein Besipiel an Clara Wiek!

Was anderes: woher weiss ein in die Erde gelegter Kern eigentlich, dass er Olivenbaum werden soll? Müde lȁchelt der Botaniker. Die DNS natürlich, sagt er, die hat er doch in sich. Und? Wie kann er sie lesen? Er hat doch keine Augen?

Ich habe auf dem Markt junge Zwiebeln gekauft, die sind unten weiss und oben grün. Das macht das auftreffende Sonnenlicht, sagt der Naturwisschenschaftler milde. Wieder: was ist mit den Augen, wȁr nicht das Auge sonnenhaft, die Sonne könnt es nie erblicken! Und die Zwiebel hat kein einziges!? Der Stengel nimmt die Wȁrme wahr. Und wieso bleibt dann der Stengel auch in der kühlen Nacht grün? Einmal grün, immer grün, sagt Claudia Roth.