Daily mythology: Happy Nation

Once upon a time there were nations (now we have the USA). Every nation had a flag. The flag was a holy thing. You had to salute it and you had to sing the national anthem, with a face, as if god stood in front of you.
Now we have football/soccer-clubs. They have flags. If you see them, you salute. You sing “Wo die Weser ei-nen gro-ssen Bo-gen macht” or “Pascal, bizi diskoya götür”, with a face, as if Messi or Aziz Yıldırım stood in front of you. You don’t have to be English to be a Liverpool-Fan. Famous football-clubs are the new nations. You can be Canari everywhere. Lately I saw a video about fishermen on a remote island of Indonesia. They lived like in the stone age, they had no teeth and no birth-control, but one of them wore a Barcelona-T-shirt.

Mythologie des Alltags: Hahnrei

Das Wort “Hahnrei” ist wohl die Übersetzung des englischen Begriffs “cuckold”. Wir alle kennen die Redensart “Jemandem Hörner aufsetzen”. Sie mag daher kommen, dass manchmal der sexuell sehr aggressive Hahn beschnitten und zum Kapaun wird. Zum Zeichen werden ihm dann die Sporen wie Hörner aufgesetzt. Das Wort “Hahnrei” meint also, dass eine Ehefrau ihren Mann wie einen Kastraten behandelt. Das ist natürlich Unsinn, denn heutzutage sollte Ehe etwas anderes als sexuelle Treue sein. Aber wusstet ihr, dass “Ehebruch”, also fremdgehen, noch bis ins letzte Jahrhundert hinein bestraft wurde, ja,in manchen Lȁndern – etwa den USA – noch immer wird? Mann und Frau werden auch da sehr ungleich behandelt: Ist ein Mann ein Frauensammler, gilt er als toll, tut die Frau dasselbe mit Mȁnnern, gilt sie als Hure.

Mythologie des Alltags: Mezzogiorno

alberobello

“…mit sieben Geschwistern in einem Raum. Tonio Schiavo ist abgehaun. Zog in die Ferne… ins Paradies… und das liegt irgendwo bei Herne” (Franz Joseph Degenhardt)

Der Süden Italiens wird “Mezzogiorno” (Mittag, halber Tag) genannt. Die Norditaliener, sich als zivilisiert verstrehend, voll industrialisiert und technisiert, schauen mitleidig auf den dörflichen, unterentwickelten Süden mit seinen Heerscharen von sonnengebräunten Arbeitern, die ihr Glück in der Ferne, meist in Deutschland, suchten. Konjunkturprogramme noch und noch werden von der Zentralregierung aufgelegt, um den Mezzogiorno zu entwickeln.

Ich denke na klar türkisch und mir fällt auf, dass es hierzulande genauso ist, mit dem Unterschied, dass es sich hier horizontal und nicht vertikal darstellt. “Der Osten” ist dörflich und unterentwickelt, “der Westen” muss die Scharen von Wanderern nach dem Glück aufnehmen, versteht sich selbst als zivilisiert, technisiert, aufgeklärt und reich. İstanbul nimmt Millionen von Arbeitsmigranten auf. Viele wandern auch nach Deutschland aus (nach Herne etwa), dort denken die Autochtonen, das seien nun “die Türken”: Kopftuchbedeckt, der Blutrache anhängend, familiengebunden und integrationsunwillig (und natürlich von dunkelbrauner Haut und Augen, semitisch halt).
Es gibt aber den Unterschied zwischen Ost und West – wie am Beispiel Italiens deutlich werden möge und wie es an vielen anderen Beispielen gezeigt werden könnte, nicht, es gibt auch keinen Konflikt zwischen christlich und islamisch, zwischen Völkern und Zivilisationen.
Es gibt aber arm und reich.

Daily mythology: Hluboka

Today, my browser told me: Good morning, Thomas! In Hluboka clouds are torn apart and sun emerges! (My browser thinks that I am where it finds connection). I smiled, because I knew Hluboka, I was there….for weeks, actually: It is a small village – in the hills of Moravia, near the – now anew established – border in between Czechia and Slowakia. We lived in a small summer house, drank very, very cheap beer, contemplated the emptiness of the settlement – the peasants were in Prag enjoying the opera, because the state-run threshing-machines, advancing from east to west, were only in Zilina. Our hosts were Helena, teacher in Pardubice, Jiřř, zoo-director in Dvuř Kralove, and their two daughters –the younger just coming home from Cucumber-Olympiad. We drove around in a 2CV, nice car, but hard to repair there, visited numbers of places, strolled a bit on the High-Carpats-Trail and swam in a small pond near the house. It was summer and nobody thought about the future…

Daily mythology: Traveling

celan

Interesting thing: A journey mostly contains returning. Look at the moon-travelers, the journey to Mars (to come, but done in movies and books). The partner, the kids, the friends are waiting at home. But the holidays too: You enjoy departing as you enjoy coming home. Rarely there is no return, like in migrants cases. They’ll make their new home wherever they come to.

“Voyage, voyage…”

“You can go home again… so long as you understand that home is a place where you have never been.”

Mythologie des Alltags: Tartan

tartan

Ein Stoff mit quadratischen Farbmustern. Sofort denken wir an Schottland (Schottenkaros) und sofort an die Frage, was die dort unterm Kilt tragen?
Bekannt sind solche Stoffmuster jedoch seit lange vorher (Hallstattzeit) und aus anderen Weltregionen (Sinkiang, Takla-Makan). Erst im 16. Jahrhundert entstand der Brauch, dass jeder schottische Clan sein eigenes Muster bekam, noch heute gibt es spezifische Tartans etwa für die MacLachlans, die MacDonalds, die Sutherlands oder die Burberries…
Frage: gibt es anderswo auch Kleidung, die die genaue Herkunft verrȁt? Ich errinnere mich, dass in bosnischen Dörfern früher die Frauen im selben Dorf verschiedene Schalwars (Pluderhosen) trugen: die Musliminnen farbige, die Christinnen weisse. Was die Jüdinnen – falls es solche noch gab – trugen, weiss ich nicht. Die Mȁnner sassen ununterscheidbar im Café.
Zurück nach Schottland. Dort war für lange Zeit das Tragen von Tartans verboten. Das war wohl die berühmte englische Art, die weltweit angewandt wurde: Feuerwasser und Peitsche.