Olympe de Gouges

Born only a year before Johann Wolfgang von Goethe, but what a different life!. Born in Montauban she was being part of the French Revolution with joy. She wrote a manifesto about women’s rights and fought assiduous for a better life. See? If women do such a thing they’ll either be shot, thrown in a channel or beheaded, hanged, perforated by an iron bar while riding the tramway or disheartened they hang themselves at a door beam…Olympe was beheaded, like later on Sophie Scholl in Munich. Why didn’t they become queens? They cozily could’ve bred Corgies and would have been loved by the Germans…

 Gut ein Jahr älter als Goethe, aber was für ein anderer Lebenslauf! Aus Montauban geboren machte sie freudig die Revolution mit, schrieb ein Manifest über Frauenrechte und kämpfte unverdrossen für eine bessere Welt. Jaja, wenn Frauen das tun, werden sie entweder in Landwehrkanäle geschmissen, guillotiniert, erhängt, in der Tram von Eisenstangen durchbohrt, oder sie hängen sich gleich selbst am Türpfosten auf, weil man ihnen alles nahm…. So erging es Olympe wie später Sophie Scholl in München, sie wurde enthauptet…. Wären sie doch Königinnen geworden, sie hätten in Ruhe Corgis züchten können und die Deutschen hätten sie geliebt!

 

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Julius Caesar

Der Mörder der römischen Republik hat – Ironie der Geschichte – hauptsȁchlich als Autor des „De Bello Gallico“ überlebt. Generationen von Schülern und Studenten mühen sich mit dieser Schrift, ihre Lateinkenntnisse nachzuweisen. Im Übrigen wird uns – leider – in der Schule ein falsches Bild dieses Heerführers und Tyrannen vermittelt. Unwillkürlich neigen wir noch heute zu der Ansicht, das römische Kaiserreich, dessen Begründer Caesar war, hȁtte irgendetwas Positives an sich gehabt. Und Brutus? Ein feiger Mörder, dessen Name ebenso wie Caesars, Programm wurde. „Ein feiger Brutus“, „ein gütiger Kaiser“ sagen wir. Die römische Republik –Versprechen einer besseren Zukunft für alle Plebejer – war vom ȁlteren Brutus begründet worden. Kein Wunder, dass der jüngere Brutus den Usurpatoren Julius Caesar, der der Republik den Untergang bereitete, aus dem Weg haben wollte, und sei es mit drastischen Mitteln. Es scheint das Los aller Revolutionen, alsbald von der Reaktion eingeholt zu werden. Was war Napoleon für die Französische? Die Preussen für die Deutsche? Und alles Zukunftsweisende an Kuba wird nun nach 50 Jahren von den geduldig wartenden USA geschluckt.

Çevat Şakir

Çevat Şakir Kabaağaçlı, born 1876 in Crete, was a famous dissident, wrote Novels, Short stories and columns in newspapers. He studied in Athens, Oxford and İstanbul, he lived with his first wife in Italy, as the son of an Ottoman upper-class family he went to be a cosmopolitan too. Having killed his own father, maybe by mistake? (Psychologues and Mythology-specialists keep an eye on!), he spent years in prison and was put to exile to Bodrum, then a sleepy village in Turkey’s South-West. Through him – who obviously fell in love with Bodrum and it’s past and took the pen-name “Fisherman of Halikarnassus” (in Turkish: Halikarnas Balıkçısı) – Bodrum became the worldwide known tourist attraction it is today. Much of his stories reflect the life of the humble fishermen, divers, sponge-hunters and sailors of this region, much are impregnated with mythology too. In vain he claimed the remains and spolia of the Mausoleum, who are in the British Museum, to be returned….

He died 1973 in İzmir of bone-cancer.

Wolf Haas

Seine Brenner-Krimis sind quasi hypnotisierend. Nach einer Weile des Lesens verfȁllt man selbst unwillkürlich in seinen Stil – frage nicht! Aber auch seine anderen Bücher sollen gut sein. Der Brenner aber, mit seinen Macken, seinen Leidenswegen, seinen oft grausamen amourösen Verwicklungen, ist sozusagen ein Wiener oder Salzburger oder Grazer Ulysses… Ich mag Haas sehr gerne lesen, mit den Buchtiteln fȁngt es schon an, er treibt die Handlung sachte oder sich überschlagend voran, obwohl du eher seinen Schreibstil, der oft wie ein Reden ist, bemerkst. Die Fragen! Die unerfüllten Möglichkeiten! Das Raisonnieren! Und die so liebenswürdige österreichische Diktion.

“Das ist im Leben immer wieder interessant. Der eine wȁre gerne jung, der andere ist jung. Weil dem Brenner ist im Büro vom Major Heinz aufgefallen, wie jung der noch ausgesehen hat. Eigentlich unglaublich, dass man in so einem Alter schon Major sein kann. Mehr als dreissig Jahre hat er dem nicht gegeben.”

 

Georges Perec

Kaybolmuş (A Void, Anton Voyls Fortgang)

This book was written by Giorgios P. It was translat’d into Turkish by C. Yardımcı and as  in original it contains as vow’ls “a”, “i”, “o” and “u” but nothing additional, what is a big thing for a book of about 300 pag’s.

At start it’s hard, and unhappily all allusions are for occid’ntal and not forTurkish folks (wich was additional work for Yardımcı). Main champion Anton Ssliharf (nam’ of protagonist = kind of charactr) go’s missing, but much mor’ individuals too: Augustus, Haig, Olga, Jonah and whole groups of publics ‘vaporat’. Book is lik’ an Agatha Christy with a vowl missing! Com’on, catch it too!

 

Tezer Özlü

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(Leyla Erbil ve Tezer Özlü)

Born 1943 in Kütahya, she was married three times, meant a restless life, traveled much, was hospitalized for some years, had one daughter, died in Zürich (like Joyce) of breast cancer…. In the age of ten she came to İstanbul where she attended St.George’s Austrian High School (Avusturya Kız Lisesi), but soon after she left the country for Europe, where she hitchhiked and came around. In Paris she met her first husband, I think in İstanbul her second, in Berlin her third, Swiss artist Hans Peter Marti. Besides writing herself she translated for example Kafka or Pavese into Turkish.

I am just reading her book “Yaşamın ucuna Yolculuk” (“Auf den Spuren eines Selbstmords”), slowly slowly, just one page a day. She wrote it in German and got  a book-price in Marburg for it. She translated it herself into Turkish. Travelling from Berlin to Prag, Triest, Torino and finally S. Stefano Balbo (where we can localize Cesare Pavese), she reflects her life and her feelings while being on the traces of her heroes Kafka, Italo Svevo and Pavese.

Tezer Özlü counts for sure together f.e with Leyla Erbil (she was befriended with her), Aysel Özakin, Tomris Uyar et Nazlı Eray, to the important Turkish female writers.

 

And earlier I wrote (just found it as a harddisc-archeologue):

 

When we saw that wild arum today I remembered our lecture-group. Why? We talked about the Turkish writer Tezer Özlü, which was translating too, mainly the works of Italo Svevo, Cesare Pavese and Franz Kafka. Italo Svevo is an artist name, he was born in Trieste, then Austrian Empire, in 1861, the year, Italy was born as an united nation as Aaron Ettore Schmitz (Now: wild arums German Name is Aaron’s rod). Italo’s parents were German Jews, that’s why he went to school in Würzburg and talked fluent German (Italo Svevo means “Italian Swabian). He was personally tutored by James Joyce in Trieste, and without Joyce and later Özlü Svevo’s books would be widely unknown.
Tezer once traveled within two weeks from Berlin via Prague, Vienna, Zagreb, Trieste, Torino (the capital of later Italian king Vittorio Emmanuele) to Santo Stefano Belbo – where Cesare Pavese was born. During this voyage she hardly found any sleep. In fact that pilgrimage-like journey touched the birthplaces of her heroes: Prague = Kafka, Trieste = Italo Svevo, Santo Stefano Belbo (in between of Torino and Genova) = Cesare Pavese. She wrote about all this – in German. Wouldn’t she have translated her own book into Turkish it would be lost.

Wladimir Kaminer

Genau an dem Tag, als das Koerpernetz online ging, las ich einmal wieder in einer Kolummne von Wladimir Kaminer, und heute spricht sie von Katja, der Patientin einer Nervenklinik, die schriftlich und telefonisch mit Castaneda in Kontakt war.

“Lieber Carlos,” schrieb sie ihm eines Tages. Mit Deiner Hilfe habe ich eine andere, bessere Welt entdeckt. Dort habe ich viele Menschen kennengelernt und spannende Abenteuer erlebt . . . Nun bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich meinen Außenkörper nicht mehr brauche. Ich will endgültig umziehen. Wäre das für Dich ein Problem? Ruf mich bitte an, Deine Katja.” Carlos rief um drei Uhr nachts an und war stinksauer. Er schrie Katja an. Zum Glück war sie allein auf der Station, die anderen Betten waren gerade frei.

“Du blöde Kuh!” randalierte Carlos durchs Telefon, “Du hast noch immer nichts verstanden. Wenn die Verbindung zwischen dem Innenkörper und Außenkörper unterbrochen wird, wirst du den grünen Nebel nicht mehr sehen können. Dann schaltet sich die Quelle des Geistes einfach ab. Also, Du darfst auf keinen Fall umziehen, Idiotin!”

Katja fühlte sich durch die Schimpfwörter von Carlos beleidigt. “Das werden wir noch sehen,” sagte sie bockig und legte auf. Um sechs Uhr kam die Schwester und brachte ihr das Frühstück. Aber Katja war nicht mehr da. Nur ihr etwas verknüllter Außenkörper lag noch neben dem Bett.

Ich mag Kaminer, sogar mehr als Castaneda, ich denke nach, ob mein Außen- und mein Innenkörper wohl auch nur so lose verbunden sind, wie ich ihm entfliehen kann. Oder halt: ob ich das überhaupt will? Ist der Leib wie die Kontaktlinse, nämlich dann perfekt, wenn man seine Anwesenheit nicht merkt, oder ist er im Gegenteil Quelle höchster Lust, Kleinod, Gral, den es zu hüten gilt und der doch verloren geht? Mein Aushängeschild, mein Haus, mein Tanzpalast, meine Droge, mein Dildo zum Geist? Ehm… ich merk, darüber muss ich noch grübeln.

Wir stecken alle irgendwo fest

Neun Mongolen in Juris Schlafzimmer sind ein Wohnproblem – Neues aus der Schönhauser Allee (13)

Von Wladimir Kaminer

Mein Freund Juri und ich, wir saßen an einer Bar in den Schönhauser Arkaden und beobachteten, wie die Leute um uns herum Warsteiner in sich rein kippten: eins nach dem anderen. Es war nicht viel los. Obwohl der Sommerschlussverkauf die Arkaden verschönt hatte. “Der kleine Jonas möchte vom Kinderparadies abgeholt werden”, flötete eine weibliche Stimme aus der Lautsprecheranlage. Wir schwiegen. Nach 20 Minuten kam die Ansage noch einmal: “Der kleine Jonas möchte immer noch vom Kinderparadies abgeholt werden.” Wir hatten diese Ansage in den letzten Tagen oft gehört und wunderten uns nicht mehr. Der springende Punkt dabei war, dass es in den Schönhauser Arkaden gar keinen Laden gibt, der Kinderparadies oder so ähnlich heißt. Das Kind musste sich in den unsichtbaren Räumen der vierten Dimension befinden.

“Wir stecken alle irgendwo fest und wollen abgeholt werden”, philosophierte inzwischen mein Freund Juri. “Ich möchte z. B. aus meinem Wohnproblem zu Hause raus.” Schon früher hatte mir Juri von seinen Untermietern erzählt: den neun Mongolen, die seit ein paar Monaten in seinem Schlafzimmer lebten, kochten und sangen. Ein ausgeprägter Sinn für soziale Gerechtigkeit und seine finanziellen Engpässe, seitdem seine Freundin ausgezogen war, erlaubten es Juri nicht, allein in einer schönen Zweizimmerwohnung das Leben zu genießen. Der Gedanke, dass so viele obdachlose Menschen draußen im Regen standen, während er mehrere Räume gleichzeitig bewohnte, quälte ihn. So kam mein Freund auf die Idee, sein Schlafzimmer unterzuvermieten, dazu setzte er eine Annonce in die Zweite Hand: “Suche schöne junge Untermieterin für mein Schlafzimmer, Ausländerinnen sind herzlich willkommen.” Es meldete sich eine Frau aus der Mongolei.

Sie war nach Berlin gekommen, um hier Theaterwissenschaft zu studieren, und suchte ein billiges Zimmer. Juri war glücklich und sagte sorglos zu. Das Mädchen gestand ihm, verheiratet zu sein, ihr Mann wolle demnächst auch Theaterwissenschaft in Berlin studieren. Juri war zwar enttäuscht, konnte aber nichts dagegen einwenden. Jede Frau hat ein Recht, verheiratet zu sein. Das Mädchen abzulehnen, einzig und allein weil sie einen Mann hatte, wäre ihm peinlich gewesen.

Das Schlafzimmer war klein, zwölf Quadratmeter, aber sie werden schon irgendwie damit klar kommen, dachte Juri. Hauptsache, die Hausverwaltung kriegt nichts mit. Juri hatte nämlich nur die Erlaubnis für einen Untermieter. Am nächsten Tag zog das Mädchen ein, zusammen mit ihrem Mann – und einem siebenjährigen Kind. Eine Woche später kam ihre Halbschwester mit einem Sohn zu Besuch und dann auch noch der Onkel des Mannes. Alle blieben bis auf weiteres in Juris Schlafzimmer. Nach vier Wochen wohnten bereits neun feste und drei bis vier pendelnde Personen in seiner Wohnung. Anfänglich versuchte Juri noch mit der Theaterwissenschaftlerin die Verwandschaftsgrade der Gäste zu klären: Wer wessen Sohn war und welcher Mann zu welcher Frau gehörte – aber irgendwann gab er es auf. Die Mongolen besaßen eine Unmenge von Luftmatratzen und hatten eine Elektroplatte zum Kochen im Zimmer installiert. Sie waren sehr freundlich und luden Juri regelmäßig zum Essen ein. Außerdem verschwanden sie oft – zur Arbeit, doch was sie genau machten, blieb für Juri ein Geheimnis.

Im Laufe der Zeit wurde er voll in ihre Gruppe integriert und lernte sogar einige mongolische Lieder. Aber dann vertrug sich seine Freundin wieder mit ihm, sie war sogar bereit, zu ihm zurückzukehren, hatte jedoch bis dahin noch nichts von seiner Untermietergeschichte mitbekommen. “Ich kann doch die neun Mongolen jetzt nicht einfach so rausschmeißen, sie sind meine Familie geworden”, erklärte Juri traurig. Zusammen arbeiteten wir an der Bar in den Allee-Arkaden einen klugen Plan aus: Juri sollte auch noch sein zweites Zimmer untervermieten und mit dem Geld eine neue, noch schönere Wohnung – für sich und seine Freundin – anmieten. Dann könnte er die Mongolen ab und zu besuchen, mit ihnen zusammen singen und gleich kontrollieren, ob noch alles in Ordnung ist.