Daily mythology: Cork in badminton-shuttlecocks

As we learned shuttlecocks were made of a cork-ball, covered with leather. A ring of feathers were tucked into to make it fly. Mesmerizing: only feathers from the left wing – mostly of goose or duck – were used, in order to make the shuttlecock rotate properly. Poor birds! They had to fly anti-clockwise in circles! Don’t believe that: alas, they were slaughtered, a bit of gluten added, cooked and sold as Peking-ducks.
Badminton but became a very fast game, sometimes you can hardly follow the shuttlecock with the eyes….

Mythologie des Alltags: Das Gelobte Land

Wo ist es? Für 55 Millionen Europȁer war es Amerika. “Miss Liberty”, die Freiheitsstatue, die jedes in New York einlaufende Schiff begrüsste, wurde ihnen zum Symbol. Im alten Russland, in Polen, in Galizien hatten sie Pogrome erduldet, in England und anderen “zivilisierten” Lȁndern waren sie wegen ihrer Konfessionen verfolgt worden, auf Sizilien, in Irland, in Griechenland und im Osmanischen Reich hatten sie gehungert, in Deutschland wurden sie nach gescheiterten Revolutionen verfolgt und ermordet…

Die Emigranten waren bereit, alles zurückzulassen: Heimat, Beruf, oft auch Familie, Sicherheit, alte Gewohnheiten.

Als das gelobte Land von Freiheit und Neuanfang galten besonders die gerade entstehenden Vereinigten Staaten. Ihre Verfassung war noch vor der des revolutionȁren Frankreich entstanden.

Halt: war dieser liberale Rahmen nicht gerade geeignet, alte Gewohnheiten beizubehalten? Und so finden wir in der Neuen Welt oft orthodoxere Juden, radikalere Christen, fundamentalistischere Muslims als in der Alten Welt (Obwohl aus allen Gruppen auch weiterentwickelte Leute hervorgingen, man denke nur etwa an Bob Dylan, Leonard Cohen oder – lach –  Arnold Schwarzenegger. (Joan Baez, Emily Dickinson, Susan Sontag))

Erstaunlich: 55 Millionen liessen damals alles zurück und wanderten aus. Und wir erschrecken über ein paar 100 000…

»Viele wandern aus Trieb und ohne recht zu wissen, warum. Sie folgen einem unbestimmten Ruf der Fremde oder dem bestimmten eines arrivierten Verwandten, der Lust, die Welt zu sehen und der angeblichen Enge der Heimat zu entfliehen, dem Willen, zu wirken und ihre Kräfte gelten zu lassen. Viele kehren zurück. Noch mehr bleiben unterwegs. Die Ostjuden haben nirgends eine Heimat, aber Gräber auf jedem Friedhof. Viele werden reich. Viele werden bedeutend. Viele werden schöpferisch in fremder Kultur. Viele verlieren sich und die Welt. Viele bleiben im Getto, und erst ihre Kinder werden es wieder verlassen. Die meisten geben dem Westen mindestens so viel, wie er ihnen nimmt. Das Recht, im Westen zu leben, haben jedenfalls alle, die sich opfern, indem sie ihn aufsuchen.«
(Joseph Roth über die Ostjuden. Ich denke dabei an Bob Dylan, dessen Vorfahren wohl auch aus Osteuropa kamen. Aber das Zitat gilt für alle Migranten!)

Aber:

Wem gelten die USA heute noch als das gelobte Land?

 

Daily mythology: Boycott

boycott

First: I love the word because it comes from Ireland. There in the 19th century the British captain Charles Boycott tried to overcome a work- and trading-stop by securing 50 harvesting Orangemen by 1000 police, with the result that the costs were far higher than the harvested goods would bring. From then on the word “boycott” was born.
Second: I don’t like boycotts.It reminds too much of “Don’t buy from Jews!” during the Nazi regime. But we’ve the right to choose what we do, what we buy. I’ll never acquire goods containing palm-oil (as far as I know it), I may ask some restaurant owners here: How did you vote in the last referendum? and then say: well, I don’t want to spoil the results, and walk away.

Daily mythology: Philosophy of life – Weltanschauung

How we smiled about Paracelsus. What they believed in the Middle-ages! Falsified for a long time…
For more than a thousand years Aristotle was the ultimate philosopher. Then came Kopernikus and Kepler and cleared our view of the world. Now, the sun was in the middle of our planetary system and no longer the earth. Sometimes they defended their views in danger of life – see Galileo Galilei or Giordano Bruno. Then came the 17th century, often we call it the century of Newton. Faster and faster we gained new evidence. Otto von Guericke proved the emptiness of the vacuum. But is there really nothing? What about infrared radiation?
Then came empiricism. What you get is what you see. Binoculars, microscope and electronic devices extended our perceptions. But what about things we don’t see (yet)? And with perceptions beyond our sense organs? Good bye empiricism.
Light: it is vibration. It’s proved. Light is working with high speed particles. That’s proven. Both in same time is impossible. Though you prove what you believe….
Will the 20eth century be called the century of Einstein?
Just act like the constructors of atomic bombs or mobile phones. Just don’t worry about theories. Use it!
But nobody believes in me when I say, that the earth is a hollow sphere…..

Mythologie des Alltags: Schubert

“Stȁndchen” Franz Schubert

https://www.youtube.com/watch?v=K9MVCsYcmJQ

Leise flehen meine Lieder
Durch die Nacht zu dir;
In den stillen Hain hernieder,
Liebchen, komm zu mir!

Flüsternd schlanke Wipfel rauschen
In des Mondes Licht;
Des Verräters feindlich Lauschen
Fürchte, Holde, nicht.

Hörst die Nachtigallen schlagen?
Ach! sie flehen dich,
Mit der Töne süßen Klagen
Flehen sie für mich.

Sie verstehn des Busens Sehnen,
Kennen Liebesschmerz,
Rühren mit den Silbertönen
Jedes weiche Herz.

Laß auch dir die Brust bewegen,
Liebchen, höre mich!
Bebend harr’ ich dir entgegen!
Komm, beglücke mich!

(Text: Ludwig Rellstab, Interpret: Dietrich Fischer-Dieskau))

 

“Leise flehen meine Lieder durch die Nacht zu dir…”

Nicht ich flehe, nicht mein Lied, sondern “meine Lieder”. Schubert fensterlt. Aber er singt: “Liebchen, komm zu mir”, also nicht er steigt ein sondern sie soll rauskommen. Wir hoffen, sie kommt.

Hach! Wie überwȁltigend romantisch! Es gab schon immer Schlager, nicht wahr? “Komm, beglücke mich!”

Moll ist in dem Lied vorherrschend, mit Ausbrüchen ins Dur. Stets aber behȁlt das Moll die Oberhand. Als wenn eine Sonne nach dunkler Nacht triumphal aufginge – um sich aber gleich wieder in die Schatten zurückzuziehen. “Küsse, Holde, mich!”. Nicht leicht zu singen, diese Übergȁnge ins Dur. Das soll uns Zuhörer aber nicht beschweren, wir haben ja nur zu lauschen. Es ist wie ein Versprechen. Auch Robert Schumann beherrschte diese Technik, höre “Nach Frankreich zogen zwei Grenadier…”. Es bleibt ein Versprechen. Die Erfüllung wird erst einmal verschoben. Doch wenn wir die Wahl hȁtten: “Erlkönig” oder “Atemlos durch die Nacht”?

Mythologie des Alltags: Die Assel

assel

Zur Zeit haben wir hier eine Menge Asseln. Ich weiss, dass sie sich bei Gefahr instinktiv zur Kugel rollen, deshalb ist es leicht, sie im Haus aufzusammeln. Aber was weiss ich sonst über sie? Sind sie Einzelgȁnger oder Gruppenwesen? Wie pflanzen sie sich fort? Haben sie ein Hirn, und wenn ja, was denken sie? “Heute will ich mal in aller Ruhe Futter suchen, aber vorher noch die riesige Betonflȁche hier überqueren!”. Oder: “Was Ralph Waldo Emerson über die Natur sagt, ist doch meisterhaft getroffen!”