Ingeborg Bachmann – Paul Celan

Die Bedeutung der Paulownie für die Dichtung

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Über Ingeborg Bachmann und Paul Celan.

Wer, außer einigen notorischen Musikkennern wie etwa Ulf Kurbanke weiß schon, daß Ricky Lee Jones und Tom Waits lange befreundet waren? Nun aber, dieses wissend, könnte man ein Zwiegespräch zwischen ihnen in ihren jeweiligen Songs entdecken, und das Phantastische daran ist, daß dieses intime Zwiegespräch öffentlich, jedem (einigermaßen neugierig forschenden) Zeitgenossen zugänglich ist.

Viele solcher Liebesgeschichten warten noch ihrer Entdeckung, zumal die Liebe im 20.Jahrhundert ihre Zuflucht ebenso in der Verborgenheit der Publizität wie in der Sicherheit tausendkilometriger Distanzen zu finden pflegt.

Publius Ovidius Naso, verehrter Odendichter, wußtest du das schon, als du vor zwei Jahrtausenden von der Flucht und Verwandlung Daphnes vor dem Liebenden schriebst? Gotthold Ephraim Lessing, auch du bist Prophet! (Doch davon gleich).

Ingeborg Bachmann und Paul Celan trafen sich für ein gutes halbes Jahr 1947/48 in Wien und danach in einem verzweifelten Versuch der äußeren Annäherung für eine kurze Zeit 1950 in Paris. Die Entwicklungslinien der beiden verlaufen in ganz dynamisch verschiedenen Richtungen. Celan als odysseeischer Emigrant auf seinem Lebensweg von Südost nach Nordwest eben in der Mitte angekommen, als jüdischer Verfolgter der Nazis schon zu sehr verwundet, um jemals wieder Ruhe zu finden, läßt uns ein hyperempfindsames Wortwerk, dessen Klang uns zittern macht, dessen Tragweite noch lange nicht ausgeschöpft ist. Er stürzt sich 1970 vom Pont Mirabeau in die Seine und ertrinkt.

Ingeborg Bachmann, Kärntner Urseele, vom Geliebten zum Geschichtsbewußtsein begabt, bringt ein Innenleben von unauslotbarerTiefe in ihre „Lyrik nach Auschwitz“ ein. Zum Covergirl der Gruppe 47 geworden verzichtet sie bald ganz auf lyrische Veröffentlichung. Doch ihre wenigen Poeme werden noch lange anrühren. Sie findet 1973 den nie ganz geklärten Feuertod in Rom.

Doch das Reich der Dichtung hat sich dem Äußeren nicht zu beugen:

„Ihr mußtet über den Euphrat, Tigris, Jordan; über – wer weiß für Wasser all? – Wie oft hab ich um Euch gezittert, eh das Feuer mir so nahe kam! Denn seit das Feuer mir so nahe kam: dünkt mich im Wasser sterben Erquickung, Labsal, Rettung.- Doch ihr seid ja nicht ertrunken: ich, ich bin ja nicht verbrannt!“ (Lessing, Nathan)

Der Briefwechsel zwischen den beiden ruht katalogisiert im Schiller-Archiv in Marbach bei Stuttgart) . Hans Kramer hat uns dankenswerterweise von weiteren Briefen berichtet.

Aus ihren Werken aber ist ein Gespräch zu hören:

 

„Das Erreichbare, fern genug, das zu Erreichende hieß Wien.“

P.C. aus: Bremer Büchnerpreisrede)

„Als der Krieg zu Ende war, ging ich fort und kam voll Ungeduld und Erwartung nach Wien, das unerreichbar in meiner Vorstellung gewesen war.“

(I.B.)

„Über Krakau

bist du gekommen,

am Anhalter Bahnhof

Floß deinen Blicken ein Rauch zu,

der war schon von morgen

… Unter Paulownien

Sahst du die Messer stehn, wieder,

scharf von Entfernung.

(P.C. aus: La Contrescarpe)

„Nur ich habe immer noch Todesangst, weil es wieder anfängt, weil ich wahnsinnig werde, er sagt: ‚Sei ganz ruhig, denk an den Stadtpark, denk an das Blatt, denk an den Garten in Wien, an unseren Baum, die Paulownia blüht…’ Sofort bin ich ruhig, denn uns beiden ist es gleich ergangen, ich sehe, wie er auf seinen Kopf deutet, ich weiß, was sie mit seinem Kopf gemacht haben.”

(I.B., aus:Malina)

„Im Quell deiner Augen

leben die Garne der Fischer der Irrsee.

Im Quell deiner Augen

hält das Meer sein Versprechen.

Hier werf ich, ein Herz,

das geweilt unter Menschen,

die Kleider von mir und den Glanz eines Schwures:

Schwärzer im Schwarz, bin ich nackter.

Abtrünnig erst bin ich treu.

Ich bin du, wenn ich ich bin…“

(P.C. aus: Lob der Ferne)

„In den vielen Baracken, im hintersten Zimmer finde ich ihn, er wartet dort müde auf mich, in seinem schwärzer als schwarzen siderischen Mantel, in dem ich ihn vor einigen tausend Jahren gesehen habe.“

(I.B. aus:Malina)

„Aus der Hand frißt der Herbst mir sein Blatt:

wir sind Freunde.

Wir schälen die Zeit aus den Nüssen

und lehren sie gehn:

die Zeit kehrt zurück in die Schale.

Im Spiegel ist Sonntag,

im Traum wird geschlafen,

der Mund redet wahr.

Mein Aug steigt hinab zum Geschlecht der Geliebten:

wir sehen uns an,

wir sagen uns Dunkles,

wir lieben einander wie Mohn und Gedächtnis,

wir schlafen wie Wein in den Muscheln,

wie das Meer im Blutstrahl des Mondes.

Wir stehen umschlungen im Fenster,

sie sehen uns zu von der Straße:

es ist Zeit, daß man weiß!

Es ist Zeit, daß der Stein sich zu blühen bequemt, daß der Unrast ein Herz schlägt. Es ist Zeit, das es Zeit wird.

Es ist Zeit.“

(P.C.,  Corona)

„Es kommen härtere Tage.

Die auf Widerruf gestundete Zeit

Wird sichtbar am Horizont.

Bald mußt du den Schuh schnüren

und die Hunde zurückjagen in die Marschhöfe.

Denn die Eingeweide der Fische

sind kalt geworden im Wind.

Ärmlich brennt das Licht der Lupinen.

Dein Blick spurt im Nebel:

die auf Widerruf gestundete Zeit

Wird sichtbar am Horizont.

Drüben versinkt dir die Geliebte im Sand,

er steigt um ihr wehendes Haar,

er fällt ihr ins Wort,

er befielt ihr zu schweigen,

er findet sie sterblich

und willig dem Abschied

nach jeder Umarmung.

Sieh dich nicht um.

Schnür deinen Schuh.

Jag die Hunde zurück.

Wirf die Fische ins Meer.

Lösch die Lupinen!

Es kommen härtere Tage.“

(I.B. Die gestundete Zeit)

„Die Dichtung: diese Unendlichsprechung von lauter Sterblichkeit und Umsonst!“

(P.C. aus: Bremer Büchnerpreisrede)

„Die ersten Tage, in denen sie ihn suchte und floh und er sie suchte und floh, waren das Ende ihrer Mädchenzeit, der Anfang ihrer großen Liebe, und wenn sie später auch, wie sie es aus dem jeweiligen Blickwinkel eben sah, meinte, eine andere große Liebe sei ihre große Liebe gewesen, dann war doch …(er), nach mehr als zwei Jahrzehnten….noch einmal die große Liebe, die unfaßlichste, schwierigste zugleich, von Mißverständnissen, Streiten, Aneinandervorbeisprechen, Mißtrauen belastet, aber zumindest hatte er sie gezeichnet, nicht in dem üblichen Sinn, nicht weil er sie zur Frau gemacht hatte….sondern weil er sie zum Bewußtsein vieler Dinge brachte, seiner Herkunft wegen, und er, ein wirklich Exilierter und Verlorener, sie, eine Abenteuerin, die sich weiß Gott was für ihr Leben von der Welt erhoffte, in eine Exilierte verwandelte, weil er sie, erst nach seinem Tod, langsam mit sich zog in den Untergang, sie den Wundern entfremdete und ihr die Fremde als Bestimmung erkennen ließ.“

(I.B., aus: Drei Wege zum See)

„Der Fremde legte ihr die Blume wie einer Toten auf die Brust….“

(I.B., aus:Malina)

„Geister der Ebene, Geister des wachsenden Stroms,

zu unserem Ende gerufen, haltet nicht vor der Stadt!

Nehmt auch mit Euch, was vom Wein überhing

auf brüchigen Rändern, und führt an ein Rinnsal,

wen nach Ausweg verlangt, und öffnet die Steppen!

Drüben verkümmert das nackte Gelenk eines Baums,

ein Schwungrad springt ein, aus dem Feld schlagen

die Bohrtürme den Frühling, Statuenwäldern weicht

der verworfene Torso des Grüns, und es wacht

die Iris des Öls über den Brunnen im Land.

Was liegt daran? Wir spielen die Tänze nicht mehr.

Nach langer Pause: Dissonanzen gelichtet, wenig cantabile.

(Und ihren Atem spür ich nicht mehr auf den Wangen!)

Still stehn die Räder. Durch Staub und Wolkenspreu

schleift den Mantel, der unsere Liebe deckte, das Riesenrad.

Nirgends gewährt man, wie hier, vor den ersten Küssen

die letzten. Es gilt, mit dem Nachklang im Mund

weiterzugehn und zu schweigen. Wo der Kranich

im Schilf der flachen Gewässer seinen Bogen vollendet,

tönender als die Welle, schlägt ihm die Stunde im Rohr.

Asiens Atem ist jenseits.

Rhythmischer Aufgang von Saaten, reifer Kulturen

Ernten vorm Untergang, sind sie verbrieft, so weiß ich’s

dem Wind noch zu sagen. Hinter der Böschung

trübt weicheres Wasser das Aug, und es will

mich noch anfallen trunkenes Limesgefühl;

unter den Pappeln am Römerstein grab ich

nach dem Schauplatz vielvölkriger Trauer,

nach dem Lächeln Ja und dem Lächeln Nein.

Alles Leben ist abgewandert in Baukästen,

neue Not mildert man sanitär, in den Alleen

blüht die Kastanie duftlos, Kerzenrauch

kostet die Luft nicht wieder, über der Brüstung

im Park weht so einsam das Haar, im Wasser

sinken die Bälle, vorbei an der Kinderhand

bis auf den Grund, und es begegnet

das tote Auge dem blauen, das es einst war.

Wunder des Unglaubens sind ohne Zahl.

Besteht ein Herz darauf, ein Herz zu sein?

Träum, daß du rein bist, hebe die Hand zum Schwur,

träum dein Geschlecht, das dich besiegt, träum

und wehr dennoch mystischer Abkehr im Protest.

Mit einer anderen Hand gelingen Zahlen

und Analysen, die dich entzaubern.

Was dich trennt, bist du. Verström,

komm wissend wieder, in neuer Abschiedsgestalt.

Dem Orkan voraus fliegt die Sonne nach Westen,

zweitausend Jahre sind um, und uns wird nichts bleiben.

Es hebt der Wind Barockgirlanden auf,

es fällt von den Stiegen das Puttengesicht,

es stürzen Basteien in dämmernde Höfe,

von den Kommoden die Masken und Kränze…

Nur auf dem Platz im Mittagslicht, mit der Kette

Am Säulenfuß und dem vergänglichsten Augenblick

geneigt und der Schönheit verfallen, sag ich mich los

Von der Zeit, ein Geist unter Geistern, die kommen.“

(I.B. , Große Landschaft bei Wien)

„(Die Augärten, damals, das

gelächelte Wort

vom Marchfeld, vom

Steppengras dort.

Das tote Ringelspiel, kling.

Wir

Drehten uns weiter.)“

(P.C. aus: Bahndämme, Wegränder,

Ödplätze, Schutt)

„Mein Leben ist zu Ende, denn er ist auf dem Transport im Fluß ertrunken, er war mein Leben. Ich habe ihn mehr geliebt als mein Leben.“

(I.B. aus:Malina)

„…Im Quell deiner Augen  treib ich und träume von Raub.

Ein Garn fing ein Garn ein: wir scheiden umschlungen.

Im Quell deiner Augen  erwürgt ein Gehenkter den Strang.“

(P.C. Lob der Ferne)

 

Was ist Liebe? Unmögliche Möglichkeit? Mögliche Unendlichkeit?

In der Nähe konnte sie nicht leben zwischen den beiden.

„Wie wir uns aus unbekannten, dämonischen Gründen uns gegenseitig die Luft wegnehmen.“ (I.B. in einem Brief an Hans Weigel).

 

Aber das Leben liebt das Paradoxe. Ferne kann Nähe sein. Und Liebe wächst mit der Zeit.

 

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Was wir sangen

“…took a woman like you
to get through
to the man in me.”

“et le plus jeune a dans sa bouche une rose rie et ran ratataplan…”

“Quando si pianta la bella Polenta, la bella Polenta si pianta cosi (Handbewegung) Si pianta cosi, si drizza cosi, s’infiore cosi…..etc… si mangia cosi. Ah, ah, la bella polenta cosi!”

“Üsküdar’a gideriken/ aldı da bi yağmur…”

“Steht-im-Wald-ein-klei-ner-Wicht… WeitergehtdasLiedchennicht”

“Oh, oh, Antonio,
He’s gone away,
left me alonio, 
all on my ownio!

Oh, Oh, Antonio,
He’s gone away,
gone to America
on ‘Lusitania’!”

“Bruna, tu sei gentile, gentil tra le piu belle, belle come le stelle, belle come le stelle!”

“Chum, rüef de Brune, chum rüef de Gaele….”

“It’s a long way to Tipperary
It’s a long way to go
It’s a long long way to Tipperary
To the sweetest girl I know
Good bye Picadilly
Good bye Leicester Square
It’s a long long way to Tipperary
But my heart is right there”

“Lo sai che i papaveri son alti alti alti…”

“Blow, boys, blow/ to Californio!”

“om de giraf een klointje te geeven…”

“…seht euch mal die Wanz an/ wie die Wanz tanz kann!”

“Schöne Jerachina/ wollte Wasser holen…”

“Sooo reiten die Daamen, So rei-ten die Her-ren, soreitetderBauer”

 

 

Langston Hughes

Born 1th of February 1902 in Joplin, Missoury; Died 22th of Mai 1967 in New York

Just like Nella Larsen Hughes belongs to the group “Harlem Renaissance”, as well as Louis Armstrong, Duke Ellington, Bessie Smith, Josephine Baker and others. He lifelong wrote poems. In Ashgabat, the capital of Turkmenistan, he met Arthur Koestler and was deeply impressioned.

Here one of his poems:

The Negro Speaks of Rivers

I’ve known rivers:

I’ve known rivers ancient as the world

and older than the flow of human blood in human veins. My soul has grown deep like the rivers. I bathed in the Euphrates when dawns were young.I built my hut near the Congo and it lulled me to sleep.I looked upon the Nile and raised the pyramids above it.I heard the singing of the Mississippi when Abe Lincoln      went down to New Orleans, and I’ve seen its muddy      bosom turn all golden in the sunset. I’ve known rivers:Ancient, dusky rivers. My soul has grown deep like the rivers.

Carl Schurz

Der Name tönt sehr deutsch. Naja, kein Wunder, wurde er doch im Rheinland geboren. Aber viele zogen im 19. Jahrhundert ins gelobte Land jenseits des Atlantik, um da ihr Glück zu machen (“etwas besseres als den Tod findest du überall”). Nimm etwa die Lehmann-Brüder aus Franken, die als Lehmann-Brothers eine für über 100 Jahre sehr erfolgreiche Investment-Bank aufmachten……

Schurz gehörte zu den 48ern (“Fourty-Eighters”), die genau wie die sogenannten 30er nach den misslungenen Revolutionen in den deutschen Fürstentümern hingerichtet oder eingekerkert wurden, oder aber emigrierten (“ubi libertas, ibi patria”).

Im 19. Jahrhundert war vieles genau umgekehrt wie heute. So standen etwa die deutschen Burschenschaften für eine liberale, demokratische, ja sozialistische Gesinnung und waren die führende Opposition (meist der Studenten und jungen Leute) gegen die absolutistisch verrottete deutsche und oesterreichische Aristokratie. So befreite ein Student Carl Schurz seinen Professor aus dem Gefängnis Berlin-Spandau (würden Sie heute ihren Professor befreien?).

So stand auch die Republikanische Partei, zu deren Mitbegründern Schurz gehörte (Er war massgeblich an der Wahl Abraham Lincolns zum US-Präsidenten beteiligt) für Sklavenbefreiung und später gegen die imperialistischen Kriege der Demokraten, etwa Theodore Roosevelts.

Wie eine Reihe anderer Fourty-Eighters (Franz Sigel, Friedrich Hecker) diente auch Schurz während des Sezessionskrieges in der Armee als höherer Offizier. Seine Division galt jedoch als chaotisch und leicht zu schlagen, genau wie die Armeen seines Vorgesetzten, des Generals Sigel (auch da haben deutsche Armeen sich inzwischen geändert….). Da diese Divison aber fast ausschliesslich deutsche Soldaten enthielten, welche schliesslich und endlich, so sie überlebten, auch zu Wahlen gingen, erhielten die Offiziere trotzdem immer neue Kommandos. Hört ma das Denglisch dieser Tage:


Yah, daus is true, I shpeaks mit you. I’m going to fight mit Sigel.

Ven I comes from der Deutsche Countree, I vorks somedimes at baking,
Und den I runs a beer-saloon, und den I tries shoe-making.
But now I march mit musket out to safe dot Yankee Eagle,
Dey dress me up in soldier’s clothes to go and fight mit Sigel.

CHORUS

Yah, daus is true, I shpeaks mit you. I’m going to fight mit Sigel.

 

Später, als Innenminister und dann als Graue Eminenz der US-Regierung, als erster Deutscher im Senat, war Schurz weit erfolgreicher denn als militärischer Kommandeur.

In Deutschland sang man inzwischen – in finsteren Zeiten der Restauration):

“Wenn die Leute fragen,

Lebt der Hecker noch?

Könnt ihr ihnen sagen:

Ja, er lebet noch.

Refrain:

Er hängt an keinem Baume,

Er hängt an keinem Strick.

Er hängt nur an dem Traume

Der deutschen Republik.”

Von seinen Büchern gibt es auf Deutsch die Lebenserinnerungen. 3 Bände. Georg Reimer, Berlin 1906, 1907 und 1912

Schurz starb am 14.Mai 1906 und ist auf dem Friedhof von Sleepy Hollow, am linken Hudson-Ufer im Staate New York, beerdigt. Mark Twain hielt seine Grabrede. Von Schurz stammt das Wort: „Our country, right or wrong. When right, to be kept right; when wrong, to be put right.“ Wir hören oft nur den ersten Teil des Satzes……

 

Lord Byron

Sometimes he dreamt of America – but he was the typical  black romantic Englishman (with his tendency and belief into sexuality, melancholy, ghosts, longing…). All his life he was hobbling because of a stunting foot. In Greece he’s a hero up to nowadays. On the other side he had to leave England because of his love-affairs (similar to the Swiss student Johann Jacob Meyer, who went to be a Greek hero too. The prophet has no honor in his own country). Some – partly incestuous – affairs as well as his travels to France and Italy or his stay at the Swiss Villa Diodati near the Lake of Geneva are often better known than his poems… In that Swiss villa he took part in the birth of the “Frankenstein”-myth, the vampire-hype going on up to now (especially in the USA: Dance of the Vampires, Rosemarie’s Baby, Buffy, True Blood etc.)

During the famous year 1816 (the “year without summer”) the friends often couldn’t leave the house and so they decided to tell horror-stories to each other. Mary Shelley wrote the famous novel “Frankenstein”, John Polidori began his novel “The Vampire”. Mary’s step sister Claire – Byron’s secret lover – was there too. They took lots of Laudanum.

After that Byron went to Italy (Venice, Rome, Pisa, Livorno – was he there when Percy Bhysse Shelley drowned?) and finally he took part in the campaign to Greece, where he was even asked to take the command of all Greek troops. In Missolunghi he died of fever…

(im berühmten “Jahr ohne Sommer” 1816 konnte die versammelte Kumpanei wegen des schlechten Wetters oft das Haus nicht verlassen, so vereinbarten sie, sich Schauergeschichten zu erzӓhlen. Mary Shelley verfasste den Roman “Frankenstein”, John Polidori begann seinen Roman “Der Vampyr”. Mit von der Partie war auch noch Byrons heimliche Geliebte Claire – Marys Halbschwester. Waren Shelley und Keats auch dabei? Es wurde exzessiv Laudanum genommen). Aufenthalte in Italien (Venedig, Rom, Pisa, Livorno(?)) schlossen sich an, schliesslich der Feldzug im Epirus, wo Lord Byron der Oberbefehl über die griechischen Truppen angetragen wurde. Im Missolunghi starb der Exzentriker schliesslich 1824 an einem Fieber…..

 

Niemand würde sich Lord Byron als Amerikaner vorstellen können – und das, obwohl er manchmal von Amerika trӓumte. Niemand verkörpert so wie er alle Seiten der schwarzen Romantik (Sexualitӓt, Melancholie, Gespensterglaube, Fernweh, Sehnsucht….). Zeitlebens humpelte er aufgrund eines verkrüppelten Fusses. In Griechenland aber wird er noch heute als Heros und entscheidender Helfer im Befreiungskampf gesehen, obwohl er vermutlich nur seiner verschiedenen Affӓren wegen von England Urlaub nahm (ganz ӓhnlich dem abgebrochenen schweizer Medizinstudenten Johann Jacob Meyer, der ebenfalls zum Heroen des griechischen Befreiungskampfes wurde. Der Prophet gilt nichts im eigenen Land). Im Zusammenhang mit Byron werden denn auch stets seine zum Teil inzestuösen Affӓren, seine Reisen, nach Frankreich, in die schweizer Villa Diodati am Genfer See erwӓhnt, wo er zu Frankensteins Geburt und dem bis heute besonders in den USA anhaltenden Hype um Vampire (Tanz der Vampire, Rosemaries Baby, Buffy, True Blood etc.) Pate stand (im berühmten “Jahr ohne Sommer” 1816 konnte die versammelte Kumpanei wegen des schlechten Wetters oft das Haus nicht verlassen, so vereinbarten sie, sich Schauergeschichten zu erzӓhlen. Mary Shelley verfasste den Roman “Frankenstein”, John Polidori begann seinen Roman “Der Vampyr”. Mit von der Partie war auch noch Byrons heimliche Geliebte Claire – Marys Halbschwester. Waren Shelley und Keats auch dabei? Es wurde exzessiv Laudanum genommen). Aufenthalte in Italien (Venedig, Rom, Pisa, Livorno(?)) schlossen sich an, schliesslich der Feldzug im Epirus, wo Lord Byron der Oberbefehl über die griechischen Truppen angetragen wurde. Im Missolunghi starb der Exzentriker schliesslich 1824 an einem Fieber…..

 

Viktor Jerofejew

ist 1947 geboren, gehört also zu den zeitgenössischen Autoren. Achtung: er ist kein Putin- dafür aber ein Maidanversteher! Lanet olsun, manchmal tut Politik nichts zur Güte der Schreibe.
Die Moskauer Schönheit ist eine Frau aus Mittelasien, die in der Stadt dem Beruf der Hure nachgeht. Jerofejew bezirzt uns mit einem fast surrealistisch anmutenden Wortschwall…

Siri Hustvedt

Ich bin allerdings auch sehr stark der Meinung, (dass) “wir ohne Geschichten nicht leben könnten”.

“zum Beispiel, wie wir das Erzählen über den Rhythmus lernen, und was unsere Portion an Prä-Narrativem, die wir mit auf die Welt bekommen, vielleicht mit der Abhängigkeit des Fötus von der Mutter zu tun haben könnte. Die Plazenta, gerne verbrannt oder verbuddelt nach der Geburt (oder zu Hautcrème verarbeitet) , sei in diesem Zusammenhang schwer ‘untererforscht’”. Wir denken jetzt an Hustvedts Tochter, die eine Sȁngerin wurde.

“In der Kunst, zitiert sie Henry James (neben Charles Dickens einer ihrer Säulenheiligen), komme es auf die Stärke der Empfindung an, die über den Wahrheitsgehalt entscheide”. Ich hoffe, in der Politik ist es umgekehrt?

(Die Zitate sind aus einem Artikel der Stuttgarter Zeitung zu Hustvedts Poetikvorlesungen in Tübingen

vom 15.11.2016, naja, der dortige Redakteur hat sie bereits aus dem Englischen übersetzt…)