Pausanias

Here’s another traveller, and another famous author born in our region, it is said „in Lydia“, probably Manisa (partner to Ingolstadt in Germany *smile*) (would be the same town Ilhan Berk will be born in 1918) or in our Magnesia near Söke? His year of birth as well his year of death are unknown, but from his writings we learn that he lived during the 2nd century A.D. in the times of Hadrian and Marcus Aurelius.

Before he went to Greece he travelled to Antiochia and Jerusalem. Then he described Ionia, Attika, the Peloponnes, Macedonia and even Epirus. He saw the pyramids in Egypt, the wonders of Rome and Campania and he was one of the first describing the ruins of Troy and Mycenae.

I remember crossing Greece with his book in my hand, studying what he might say about that and that stone and that and that ritual. For researching ancient mythology we urgently need Pausanias‘ works.

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Henry Miller/ Anais Nin

Ich bin Henry Miller dankbar: früh schon las ich ihn auf der Suche nach sexuellen Anregungen, und ich lernte unversehens, was guter Stil ist! Noch heute lese ich ihn gerne, neben seinen bekannten Büchern, der Wendekreise, des Opus Pistorum, der stillen Tage in Clichy, dem Koloss von Maroussi vor allem seine umwerfenden Kurzgeschichten. Nimm etwa „Mademoiselle Claude“ (von 1931):

„…Claude – ich dachte nur an sie und wie ich sie glücklich machen konnte, Spanien…Capri…Stambul… ich konnte sie vor mir sehen, wie sie gemȁchlich im Sonnenschein dahinschlenderte, den Tauben Brotkrumen zuwarf oder sie beim Baden beobachtete oder wie sie in einer Hȁngematte lag mit einem Buch in der Hand, einem Buch, das ich ihr empfohlen hatte. Das arme Mȁdchen, wahrscheinlich war sie in ihrem ganzen Leben nie weiter als bis nach Versailles gekommen […] Der Gedanke jedoch, am Morgen aufzuwachen, wenn die Sonne durch die Fenster hereinflutet, neben einem eine gute treue Hure, die einen liebt, einen bis zum Wahnsinn liebt, die Vögel singen und der Tisch ist gedeckt, und wȁhrend sie abwȁscht und sich das Haar kȁmmt – all die Mȁnner, mit denen sie verkehrt hat, und jetzt du, gerade du, und Schiffe fahren vorbei, Masten und Rümpfe, der ganze verfluchte Strom des Lebens fliesst durch dich hindurch, durch sie, durch all die Mȁnner, die hinter dir stehen und nach dir kommen, die Blumen und die Vögel und die Sonne, all das strömt herein, und der Duft erstickt dich, vernichtet dich. O Gott! Gib mir eine Hure, immer und ewig!…“

Wenn ich Miller höre oder lese, wird immer ein Stück Paris in mir lebendig, obwohl er auch lange Zeit in Griechenland und Kalifornien verbrachte und in New York-Brooklyn aufwuchs. Verwobenheiten: Lawrence Durrell, Jack Kerouac, A.S.Neill, Warren Beatty, Nietzsche, D.H.Lawrence, Rimbaud…

Miller war insgesamt fünf Mal verheiratet, mit Beatrice, June (die er im Juni, in June, heiratete), Janina, Eve und Hiroko. Bemerkenswert ist sicher auch sein Zusammenleben mit June und Anaȉs Nin. Wem Miller zu machohaft, der lese Anaȉs Nin. Ich empfehle beide. Und bitte also Millers Kurzgeschichten „Der Engel ist mein Wasserzeichen“ (studieren? reinziehn? kosten?)!

Ryszard Kapuściński

Vorbemerkung: ich weiss nicht, ob alles, was ich Euch hier vorzustellen versuche, Weltliteratur ist, zumal wir diese Frage, die u.a. Günter Landsberger wiederholt aufgeworfen hat, noch nicht beantwortet haben. Wir können’s ja gemeinsam entscheiden *smile*

Was ich entschieden liebe, sind Bücher über Bücher. Man lese Jasper Fforde, The Eyre-Affair. Würden wir Brontés Buch so geniessen können, wenn die Literaturpolizistin Tuesday Next nicht in das Buch hineingegangen wȁre, um dort die Handlung zu verȁndern? Wohl kaum. Ebenso ist es für Joyce-Leser ein „Wiedererkennungs-Genuss“, eine Biographie über den dortigen Protagonisten Leopold Bloom zu lesen. Wer Ransmayrs „Letzte Welt“ gelesen hat, wird sogleich zu Ovids „Metamorphosen“ greifen.

Ryszard Kapuściński nun reist mit seinem Herodot unterm Arm durch die Welt. Natürlich will ich davon erzȁhlen, fangen doch seine Berichte in Bodrum an und hören in Bodrum auf!  „Meine Reisen mit Herodot: Reportagen aus aller Welt”. Kongenial! Denn Kapuściński fabuliert wie sein Meister. Hat er Lumumba und Che Guevara wirklich getroffen? War er Informant des polnischen Geheimdienstes? Jedenfalls informiert er uns über alle Kontinente. Und was wȁre erholsamer, als abends mit ihm in einer afrikanischen Bar ein Stückchen Herodot zu lesen?

John Berger

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I was quite fascinated by him. His biography! Traveled, lived about half a century in France, stayed on the mountains…His deep love for animals and plants. His  lifelong conviction to marxist humanism. His writings about small things…

He was an English art critic, novelist, painter and poet. His eye was not to fool and one could learn much from him about looking at paintings. Born in London his father was jewish, his grandfather from Trieste. He got his education partially in Oxford, later on he enrolled at art schools (f.e. Chelsea School of Art), exhibited his paintings too, but rather soon became an art critic.

1958 he published his first novel. In the seventies he collaborated with Swiss film-director Alain Tanner and among others wrote the scenario of “Jonah who will be 25 in the year 2000”. His son, Jacob Berger, became a film director himself.

Berger, who was married three times, moved first to Quincy/ Haute Savoie (marvellous writings about eyes and looks of cows!!), then, after the death of his third wife, to Antony in the suburbs of Paris. Who lived in Antony too? Well, among others Louise Bourgeois and the African football-player Didier Drogba (connected to Chelsea J )

Ambrose Bierce

Born in 1842 to a poor, but literary couple, Ambrose’s elder siblings were named Abigail, Amelia, Ann, Addison, Aurelius, Augustus, Almeda, Andrew and Albert. His parents instilled in him a deep love for books and writing. The poor boy suffered from lifelong Asthma (“Of course not Pneumonia or Botulism”, he would say in his sarcastic tone. “We love ‘A’ in our family!”). In the age of 15 he went to be a “printer’s devil”, means an apprentice in printing. Several famous people began their working careers as printer’s devils, including Thomas Jefferson, Walt Whitman, Benjamin Franklin and Mark Twain.

 

In fact Bierce was more a journalist than a writer, but his military career as well as his short stories (mostly fantastic, ironic or grotesque) are famous. In the end of his life he traveled to Mexico. He is said to have joined Pancho Villa and his revolutionary troops. One day he vanished mysteriously there. Up to today his fate is unknown.

Well known are his book “Dictionary of the Devil” and his short-stories, mainly “An Occurrence at Owl Creek Bridge”. From that story at least 2 films have been made, one of it by Alfred (!) Hitchcock.

 

Er wurde 1842 in eine arme, aber literaturbegeisterte Familie hineingeboren, was bei ihm eine grosse Liebe für Bücher bewirkte. Seine ȁlteren Geschwister hiessen Abigail, Amelia, Ann, Addison, Aurelius, Augustus, Almeda, Andrew und Albert. Er litt sein Leben lang an Asthma (“Klar”, würde er wohl in seinem ironischen Ton sagen, “nicht an Lungenentzündung oder Botulismus. Unsere Familie liebt das ‘a’”). Schon mit 15 trat er eine Lehre als Druckerlehrling an. Diese Lehre wird traditionell “printer’s devil” genannt, und zwar, weil die Stifte im Laufe des Tages ganz mit Druckerschwȁrze eingefȁrbt waren. Viele andere Berühmtheiten begannen als “printer’s devil”, etwa Thomas Jefferson, Walt Whitman, Benjamin Franklin oder Mark Twain.

 

Bierce war, wenn er nicht als Soldat – bei den Unionisten – Dienst tat, eher Journalist als Autor. Überdauert hat sein sardonisches “Wörterbuch des Teufels” und seine Kurzgeschichten, die fast alle dem Horror, dem Psychodrama, der Phantastik oder der Groteske zuzurechnen sind. Nach seiner Story “Eine Begebenheit an der Eulenbach-Brücke” (in: “Die Spottdrossel”) wurden mindestens zwei Filme gedreht, davon einer von Alfred (!) Hitchcock.

Gegen Ende seines Lebens schloss er sich den mexikanischen Revolutionȁren unter Pancho Villa an. Eines Tages verschwand er spurlos. Sein Ende ist bis heute ungeklȁrt.

E.Y. Meyer (*1946)

Ein schweizer Schriftsteller, der das “E.Y.” bestimmt gewaehlt hat, damit sein Nachname richtig geschrieben wird. In echt ist er ein Peter, zwar in Liesthal geboren, aber für mich 100% wie ein Berner anmutend.
Sein Roman “In Trubschachen” spielt vollstaendig im Berner Emmental. Aber vor allem ist er GANZ in der Möglichkeitsform geschrieben. Also etwa: “Wenn ich heute in einen Zug nach Trubschachen einstiege, würde ich wegen meiner Verspaetung bestimmt kein leeres Zugabteil mehr finden (Es gaebe noch Abteile). Mir gegenüber würde ein junges Maedchen sitzen, oder aber eine streng nach Gouvernante aussehende aeltere Dame…”
Ich habe vor Urzeiten auch einmal “Die Rückfahrt” gelesen. Das hat mir auch gefallen. Handelt von einem Landvermesser. Aber Achtung! Der Roman enthaelt “Stellen”, er muss vor Jugendlichen im Schrank verschlossen werden!

 

Dylan Thomas

He is qualified for a deliberation about drunkenness as a condition for writing. Dylan Thomas was, like many other authors, an alcoholic, and as far as I know he died rather early from buzz.

He wrote marvellous prose and very imaginative poems.

„Fern Hill
 Now as I was young and easy under the apple boughs
About the lilting house and happy as the grass was green,     The night above the dingle starry,          Time let me hail and climb     Golden in the heydays of his eyes,And honoured among wagons I was prince of the apple townsAnd once below a time I lordly had the trees and leaves          Trail with daisies and barley     Down the rivers of the windfall light…. (here I skipped many strophes) Nothing I cared, in the lamb white days, that time would take meUp to the swallow thronged loft by the shadow of my hand,     In the moon that is always rising,          Nor that riding to sleep     I should hear him fly with the high fieldsAnd wake to the farm forever fled from the childless land.Oh as I was young and easy in the mercy of his means,          Time held me green and dying     Though I sang in my chains like the sea.” Who needs the dionysian ( Alcohol, drugs, sleeplessness), who is rather sober while writing? And how is it showing in the written things? (personal note: I’m writing in the morning, stone-cold sober)

„…Though I sang in my chains like the sea.”

A hint about Dylan Thomas’ way to write. “I sang” – that’s not “I accounted”. And then the sea! It is chameleonic. Stormy and whitecapped (Géricault, Hokusai), peaceful and soft(“Dans Venise la rouge,
Pas un bateau qui bouge,
Pas un pêcheur dans l’eau,
Pas un falot.” Alfred de Musset).It carries (ships, it bears (chemical pollution), it transports (“Amerika, du hast es besser!”), it engulfs (Titanic, Tsunami), it has all colours (Red Sea, Yellow Sea, Black Sea, White Sea), it’s dead (Dead Sea, salt), it lives (Rimbaud, Le Bateau Ivre), it’s icy (Nowaja Semlja), warm and sun-drenched (Turks & Caicos), it’s loud (breaking waves) and calm. “my chains” (Narrowness due to the bodily and intellectual talents, lack of paper, lack of pen or table…), “like the sea” (Without borders. And all rivers end in the sea, like all the roads are leading to Rome (Hey, folks, I’m still sober).

 

Er eignet sich gut für eine Betrachtung über den Rausch als Bedingung des Schreibens. Dylan Thomas war (wie viele andere Autoren) starker Alkoholiker und ist meines Wissens auch recht früh daran gestorben. Thomas schrieb wunderbare Prosa und traumhafte Lyrik.

„Fern Hill

 Now as I was young and easy under the apple boughs

About the lilting house and happy as the grass was green,     The night above the dingle starry,          Time let me hail and climb     Golden in the heydays of his eyes,And honoured among wagons I was prince of the apple townsAnd once below a time I lordly had the trees and leaves          Trail with daisies and barley     Down the rivers of the windfall light…. (Viele Strophen ausgelassen) Nothing I cared, in the lamb white days, that time would take meUp to the swallow thronged loft by the shadow of my hand,     In the moon that is always rising,          Nor that riding to sleep     I should hear him fly with the high fieldsAnd wake to the farm forever fled from the childless land.Oh as I was young and easy in the mercy of his means,          Time held me green and dying     Though I sang in my chains like the sea.”

Wer braucht das Rauschhafte (Alkohol, Drogen, Schlafentzug, etc.), wer schreibt eher, wenn er/sie nüchtern ist? Und wie drückt sich das nachher in dem Geschriebenen aus? (Persönliche Anmerkung: ich schreibe meist morgens und bin dabei stocknüchtern. Ich kann aber auch besoffen schreiben J )

Vor Zeiten sah ich im Schauspielhaus Hamburg eine Bühnenfassung von Dylans „Under Milkwood“ und war unglaublich beeindruckt…Kommen Imaginationen nur, wenn man sich vorher dafür lockert?

 

„…Though I sang in my chains like the sea.”

Ein Hinweis auf Dylan Thomas’ Art des Schreibens? “I sang” – das ist was anderes als “I accounted”. Und das Meer! Es ist wunderwandelbar: Stürmisch und schaumgekrönt (Géricault, Hokusai), friedlich und sanft (“Es lȁchelt die See, sie ladet zu Bade”), es trȁgt (Schiffe), es ertrȁgt (Chemikalien), es setzt über (“Amerika, du hast es besser!”), es verschlingt (Titanic, Tsunami), es hat alle Farben (Schwarzes Meer, Weisses Meer, Rotes Meer, Gelbes Meer), es ist tot (das Salz der Erde…), es lebt (mit seinen Fischen und all den Wasserpflanzen, Rimbaud, Le bateau ivre), es ist eisig (Nowaja Semlja), es ist warm und sonnendurchflutet (Turks & Caicos), es ist laut (Brandung), es ist leise (Kalmenzone)…..

“my chains” (Begrenztheit, durch den Körper, durch die Talente oder deren Fehlen, durch den Vorrat an Papier…) “like the sea” (aber die ist unbegrenzt? Und alle Flüsse fliessen ins Meer so wie alle Strasse nach Rom führen?) (Hey, Leute, bin immer noch nüchtern J )